Montag, 10. Dezember 2018

Agnelli-Familie Jaki der Ernste

8. Teil: "Die Liebe ist der Zement"

Dann Mutter Margherita. Eigentlich presseabstinent. Soeben hält sie eine Rede für eine gerechtere Welt auf einer Frauenkonferenz in Oslo, also versuchen wir unser Glück. Sie verspricht ein Gespräch in Genf, wohin sie sich zurückgezogen hat, und hält ihr Wort.

Die Ehefrau: Jaki Elkan und Lavinia Borromeo sind seit 2004 verheiratet
"Geografie spielt für uns keine Rolle", erläutert Alain Elkann. Er pendelt zwischen Rom und Paris, New York und Turin, wo er als Präsident des "Egizio" amtiert. Noch ein kultureller Schlüssel der Stadt in den Händen des Clans, das "Ägyptische Museum", das größte außerhalb Kairos. Umgeben von anmutigen Artefakten und dem Plastikbecher fürs Mineralwasser, mit einer Stimme, die ihre Wirkung kennt, gibt er seine Familienphilosophie preis: "Die Liebe ist der Zement, der alles zusammenhält."

Jaki Elkann hat sich 2004 nach guter Agnelli-Tradition vermählt mit Lavinia Borromeo, Tochter des deutschen Ex-Models Marion Zota und des Mailänder Grafen Carlo Borromeo. Damit ist der Adelstitel gesichert, und dass es eine Märchenhochzeit war, herrlich inszeniert mit 700 Gästen auf der "Isola Bella" im Lago Maggiore, ein Lieder schmetternder Berlusconi mittendrin, versteht sich sowieso.

"La Stampa", drittgrößte Tageszeitung des Landes und fest in Agnelli-Händen, reihte Superlativ an Superlativ, interpretierte jede Garderobe und jede Geste der Gäste, beobachtete voll mitfühlender Genugtuung die "sehr lange Umarmung" zwischen Jaki und Mama Margherita. Es sollte die bisher letzte sein.

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Jakis Erbfolge ist bereits gesichert, mit Leone Moses. Der kleine Prinz kam nicht nur demonstrativ in einer Turiner Klinik zur Welt, die Elkann-Borromeo-Familie residiert nun auch im Haus des Großvaters auf der Collina di Superga.

Mitte November kam mit Oceano der zweite Stammhalter zur Welt.

Am Hochzeitstag vor gut drei Jahren schien trotz aller Fragezeichen bei Fiat das Leben der Agnellis noch in Balance. Noch war Margherita eine von ihnen. Und Lapo, der Kreative und damals Populärste in der Familie, in der Fiat-Führung; zuständig für das neue, pfiffige Marketing und überaus erfolgreich. Bis in jener Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 2005 ein Transvestit die Notrufnummer 118 wählt und Hilfe für einen reglosen Menschen anfordert.

© manager magazin 11/2007
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