Mittwoch, 19. Dezember 2018

Eismann Durch die kalte Küche

Wie das Management des Tiefkühl-Lieferdienstes Eismann die Mehrheit an sich riss und die Privatbank Sal. Oppenheim düpierte.

Die Produktpalette des Tiefkühl-Lieferdienstes Eismann ist überaus erlesen: Von Dorade Royal bis zum argentinischen Rinder-Entrecôte hat der Mettmanner Mittelständler alles im Angebot, was das Feinschmeckerherz begehrt.

Haifisch-Lächeln: Das Eismann-Firmenlogo
Allein, mit dem Image hapert es noch. Fahren doch die Eismann-Verkäufer mit ihren weißen Lieferwagen von Tür zu Tür. "Wir gelten als Hausierer, als Drücker, doch das sind wir nicht", klagte Geschäftsführer Frank Hoefer (49) noch im September letzten Jahres.

Im Umgang mit Kunden mag Eismann rüden Methoden abgeschworen haben. Wenn es um Geldgeber geht, ist Hoefer weniger zimperlich. Innerhalb weniger Monate vergrätzte er nicht nur zwei renommierte Private-Equity-Investoren, sondern blamierte auch noch das Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim.

Dabei hatte sich im Sommer 2004 alles so trefflich angelassen. Gemeinsam mit dem Finanzinvestor ECM kauften Hoefer und ein paar Kollegen damals ihre Firma dem Schweizer Nestlé-Konzern ab. Nestlé soll rund 20 Millionen Euro kassiert haben. Eismann war ein Sanierungsfall.

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Hoefer und seinem Team, das mit 15 Prozent beteiligt war, gelang in kürzester Zeit der Turnaround. Deshalb entschloss sich ECM Ende 2006, Kasse zu machen. Anfang dieses Jahres beauftragten Investoren und Management Wolfram Schmerl (41), M&A-Spezialist bei Sal. Oppenheim, mit dem Verkauf. Das Management ließ sich zusätzlich durch PricewaterhouseCoopers (PwC) Paris beraten.

Die Vorgaben: Oppenheim sollte den Käufer im Rahmen einer Auktion ermitteln. Und die Geschäftsführung sollte in das Konzept des potenziellen Investors eingebunden werden und eine neue, maßgebliche Beteiligung erhalten.

Rund 20 Investoren wurden eingeladen. Bereits Mitte Januar 2007 unterzeichneten die ersten einen Letter of Intent und begannen mit der Due Diligence. Ende Februar schließlich waren dem Vernehmen nach nur noch zwei Bieter übrig: Die Alpha-Gruppe, zu deren Portfolio unter anderem die Hamburger Textilkette Tom Tailor gehört, und Cognetas, ein renommierter internationaler Investor.

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