Sonntag, 9. Dezember 2018

Günther Jauch Das Prinzip Jauch

8. Teil: Der Privatier

10. Der Privatier

Jauch weiß: Es gibt ein Leben neben dem Job. Es ist das wichtigere. Und es erfordert mindestens so viel Engagement und Akribie wie der Beruf.

Seit 20 Jahren ist Günther Jauch mit Thea Sihler liiert. Im vergangenen Jahr hat das Paar unter Ausschluss der Öffentlichkeit geheiratet. Sie haben vier Töchter, Svenja und Kristin, 18 und 14 Jahre alt, sowie die adoptierten russischen Waisenmädchen Katja und Mascha, 10 und 8.

Die Familie gibt Jauch Halt. Zu Hause verlässt er sich ganz auf Thea. Die Arbeit ist konservativ aufgeteilt. Er verdient das Geld. Sie managt Haushalt und Familie. Dennoch ist Jauch überzeugt, dass seine Frau den engeren Terminkalender hat. "Wenn man vier Kinder hat, hat man keine Zeit, sich mit seinen Befindlichkeiten zu beschäftigen. Da muss man sehen, dass der Betrieb läuft und keiner überschnappt", sagt er.

Das Fernsehgeschäft ist ähnlich familien- und partnerschaftsfeindlich wie viele Wirtschaftsunternehmen in diesem Land: lange und unregelmäßige Arbeitszeiten, Stress, viele Reisen und offizielle Verpflichtungen. Eine Studie der Weltbank zeigt, dass insbesondere die ständige Trennung durch Geschäftsreisen den daheim bleibenden Partnern viel zumutet. Durch die unregelmäßigen Unterbrechungen des Familienlebens kann sich keine Routine einstellen. Telefon und E-Mail können das nur bedingt kompensieren, denn die Alltagsentscheidungen bleiben letztlich an dem Ehepartner hängen.

Jauch verbringt von Freitag bis Montag jede freie Minute mit seiner Familie. Er arbeitet nach einem klaren Zeitplan, in dem Frau und Kinder ihren festen Platz haben. Privates und Job trennt er strikt. Die Familie ist dem katholisch erzogenen Jauch heilig. Er kümmert sich liebevoll um die Kinder. Auf seinem Schreibtisch steht ein Liebesbrief seiner Tochter Svenja.

Jauch ist Vater aus Leidenschaft. "Nachdem wir zwei Töchter hatten, war ich überzeugt, dass Frauen der bessere Teil der Weltgesellschaft sind." Um nichts hat er größere Angst als um das Wohl seiner Kinder. Rigoros schützt er sie vor der Öffentlichkeit. Sie sollen unbelastet aufwachsen. Es gibt keine Fotos und wird sie auch nicht geben. Darüber wacht sein Berliner Anwalt Christian Schertz.

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