Freitag, 16. November 2018

MTU Aero Einnehmendes Wesen

Der Börsengang des Triebwerkbauers MTU war für seinen scheidenden Chef Udo Stark ein einträgliches Geschäft. Mit seinen MTU-Aktien hat Stark rund 39 Millionen Euro verdient - zusätzlich zu seinem Jahresgehalt in Höhe von rund drei Millionen Euro.

Das Abkassieren ist und bleibt Udo Starks auffälligstes Markenzeichen. Welchem Job der 59-jährige Manager auch immer nachgeht, stets gelingt ihm dabei eine Einkommensmaximierung, die nahezu jedes bis dahin gekannte Maß sprengt.

Haussier Stark: Extremer Gewinn durch Unternehmensbeteiligung
Das war bei der vergleichsweise unbedeutenden Frankfurter Beteiligungsholding Agiv so (6,4 Millionen Euro Abfindung); ebenso bei der ehemaligen MG Technologies (6,4 Millionen Euro Abschlusszahlung).

Besonders eindrucksvoll hat Stark sein einnehmendes Wesen als Vormann des Flugzeugturbinenherstellers MTU Aero Engines AG Börsen-Chart zeigen unter Beweis gestellt. Ende des Jahres verabschiedet sich Stark bei dem Unternehmen - vielleicht auch aus dem aktiven Management überhaupt - mit rechnerisch rund 39 Millionen Euro Extraverdienst im Gepäck.

Die hat er neben den 9 Millionen Euro Gehalt aus dreijährigem Dienst quasi als Bonus für den geglückten Börsengang der MTU im Mai 2005 und die nachfolgende Performance der MTU-Aktie bekommen. Also für eine vergleichsweise leichte Aufgabe.

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Stark war zum Jahresbeginn 2005 vom damaligen MTU-Eigner KKR als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens verpflichtet worden. Damit hatte er sich mitten in ein gemachtes Nest platziert. Das Börsenkonzept stand bereits, selbst Details waren erledigt.

So waren etwa die Firmenanteile, die das Topmanagement erhalten sollte, bereits verteilt. Wohl ein Schönheitsfehler, den Johannes Huth (46), Europa-Chef des Finanzinvestors KKR, allerdings sogleich korrigierte. Huth spendierte seinem neuen Topangestellten aus dem Topf der KKR-Anleger weitere 1.085.973 MTU-Anteile zum selben Einstandspreis, den auch die übrigen Führungskräfte zu zahlen hatten: rund 5,60 Euro.

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