Mittwoch, 19. Dezember 2018

Was macht eigentlich Albrecht Graf Matuschka?

Einst lehrte Albrecht Graf Matuschka die deutsche Hochfinanz als erster unabhängiger Finanzdienstleister das Fürchten - bis 1991 die Erfolgsstory des "Hausarztes für Betuchte" abrupt endete. Matuschkas Themen sind dennoch die gleichen wie vor 16 Jahren.

Die Adresse klingt vielversprechend: Freiherr-vom-Stein-Straße, mitten im vornehmen Frankfurter Westend. Das Gebäude indes, ein weitgehend leer stehender, schmutzig-rosafarbener Bau aus den 80ern, will nicht so recht zum Stand des Mannes passen, der hier sein Büro unterhält: Albrecht Graf Matuschka (62), Mitgründer der Matuschka-Gruppe, die in den 80er Jahren mit innovativen Finanzdienstleistungen auftrumpfte, bis sie 1991 zusammenbrach.

"Innovator": Albrecht Graf Matuschka, Mitgründer der Matuschka-Gruppe
Mehr Schein als Sein, so nahmen damals viele den eloquenten Grafen wahr, der so überzeugend redete und am Ende doch weit mehr versprochen hatte, als er halten konnte.

Genauso präsentiert sich Matuschka heute wieder: Nobel die Nachbarschaft, aber auf das Klingeln an der Tür öffnet niemand. Mitarbeiter gibt es offenbar keine. Der Briefkasten ist vollgeklebt mit selbst bedruckten Zetteln, die dem Postboten Hinweise geben, wo er Post für Firmen wie "Alpha Equity" oder "November Group" einwerfen soll: bei der "Matuschka-Gruppe".

Laut Website verbirgt sich dahinter eine Firma, die in puncto Angebotspalette einem weltumspannenden Finanzkonzern in nichts nachsteht: "Vermögenstrukturierung, Corporate Finance, Beratung wachsender Unternehmen und Issue Management in zentralen Themen wie Energie, Verkehr, Umwelt, rechenhafte Nachhaltigkeit, Gesundheit, IT-Telecom etc.".

Das alles ist nicht neu, Matuschkas Themen sind die gleichen wie vor 16 Jahren. Er sieht sich nach wie vor als Alleskönner und redet auch so bei den Vorträgen, die er ein- bis zweimal im Jahr bei Fachkonferenzen hält.

Zu darüber hinausgehenden Aktivitäten äußert sich der Graf indes nicht, zum einen, weil er der Presse misstraut. Vor allem aber, weil ihm eine Rubrik wie "Was macht eigentlich ...?" gänzlich unangemessen scheint.

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