Freitag, 16. November 2018

Good Company Ranking Gute Nachbarn

Verantwortungsbewusstes Management ist heute eine Frage des wirtschaftlichen Überlebens. manager magazin hat die praktizierte Sozialverträglichkeit der 120 größten Konzerne Europas analysieren lassen.

Wer zu den zentralen Werten des größten Chemieunternehmens der Welt vordringen will, sollte einen Flachbau im Ludwigshafener Stadtteil Pfingstweide besuchen. Dort wird gesungen und musiziert, mit Fingerfarben gemalt und in einem aufblasbaren Planschbecken voll Rosskastanien gebadet, im Matsch gekleckert und biologisch-dynamisch gekocht. In der Luft hängt der Duft von gedünsteten Karotten und frisch gebackenen Vollkornkeksen.

Sozialverträglichkeit: Wie ernst nehmen die Konzerne ihre gesellschaftliche Verantwortung? manager magazin testet Europas größte Unternehmen.
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Sozialverträglichkeit: Wie ernst nehmen die Konzerne ihre gesellschaftliche Verantwortung? manager magazin testet Europas größte Unternehmen.
Fingerfarben, Kastanien, Kekse - all das gehört zum Selbstverständnis von BASF Börsen-Chart zeigen. All das gehört zur Strategie eines der erfolgreichsten deutschen Unternehmen der vergangenen Jahrzehnte.

Auch die Kinderkrippe LuKids in Pfingstweide hat dazu beigetragen, BASF in diesem Jahr auf Platz eins des "Good Company Rankings" zu hieven, einer Rangliste, in der manager magazin, die Unternehmensberatung Kirchhoff Consult und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte alle zwei Jahre die größten Unternehmen Europas im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Verantwortung unter die Lupe nehmen.

LuKids ist ein ambitioniertes Projekt. Die Konzernkrippe in Pfingstweide lässt 30 Kindern im Alter bis drei Jahre von morgens um 7 bis 18 Uhr ein ausgeklügeltes Konzept frühkindlicher Bildung angedeihen: Bewegung und Sinneswahrnehmung, Kunst und Musik, nebenbei lernen alle Englisch und Deutsch (je nach Muttersprache) in zweisprachigen Gruppen. Ein aufwendiges Programm, das BASF monatlich mit knapp 1000 Euro pro Kind bezuschusst.

Natürlich, LuKids ist eine Vorzeigeveranstaltung; längst nicht allen Kindern von Konzernmitarbeitern wird eine derartige Vorzugsbetreuung zuteil. Aber es ist ein Projekt mit Signalwirkung - für den Konzern, für die Region, für die Bildungspolitik insgesamt. Die Edelkrippe ist keine isolierte Maßnahme, sondern Teil eines groß angelegten Konzernprogramms zur Verbesserung der Kinderbetreuung. So fördert BASF in sieben Projekten das frühkindliche Grundverständnis für naturwissenschaftliche Zusammenhänge ("Vom Klein-Sein zum Einstein"), aber auch für Spracherwerb ("Sprache macht stark"). 90 Kindertagesstätten im Umland machen bei dieser "Offensive Bildung" mit.

Alles nur Show? Alles nur wohlfeile Imagepflege eines im Übrigen eiskalten Konzerns? Alles nur Kleinkram in einer Wirtschaftswelt, die zuvörderst hohen Renditen huldigt und nicht hoher Moral?

© manager magazin 2/2007
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