Mittwoch, 19. Dezember 2018

Was macht eigentlich Gerhard Goll?

2. Teil: Privatissime mit Teufel & Co.

Das Coachen und Schlichten lastet ihn nicht aus. Der Anwalt braucht noch Zeit für seine Hobbys. Er wandert gern in den Bergen und "kraxelt ein bisschen", in den Alpen und auf Korsika, wo - so Goll - das anspruchsvollste alpine Wandern möglich sei.

"Kraxelt ein bisschen": Goll wandert gern in den Alpen und auf Korsika
Und er beschäftigt sich seit seinem EnBW-Ausstieg intensiv mit der Geschichte. Dieses Fach und Germanistik wollte er einst studieren. Jetzt holt er den unerfüllten Wunsch im Selbststudium nach. Vor allem dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte widmet sich Goll ausführlichst: Wie kam es zum Dritten Reich? "Ich will ein Gefühl dafür bekommen, wie das entstanden ist", sagt der 1942 Geborene.

Das CDU-Mitglied war und ist ein politischer Mensch. Doch auf Parteiversammlungen geht er nicht. Er redet privatissime mit den Ex-Landesvätern Hans Filbinger und Erwin Teufel, zu denen er ein gutes Verhältnis habe.

Und neuerdings - nach der Einstellung der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen - nehme er auch wieder Einladungen im politischen Stuttgart an. Doch soll ihn dort ja niemand auf die EnBW ansprechen.


Zur Person

Gerhard Goll (64) wurde als Energiemanager bekannt. 1997 fusionierte unter seiner Führung der Versorger Badenwerk mit der Energie-Versorgung Schwaben zu EnBW, dem drittgrößten Stromkonzern Deutschlands. Ende April 2003 schied Goll, der seinen Vertrag nicht verlängern wollte, aus.

Der Jurist war Richter und Ministerialbürokrat in Stuttgart. 1982 wechselte er zur Landeskreditbank Baden-Württemberg, wo er es bis zum Vizechef brachte. Goll, bekennender Schwabe, lebt im badischen Karlsruhe.

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