Montag, 10. Dezember 2018

Umsteiger Der Söldner

Stefan Herzberg (41) ist ein überaus ehrgeiziger Mensch. Wenn ihm ein neuer, interessanter Job winkt, scheren ihn bestehende Bindungen offenbar wenig.

Jobhopping: Jungmanager Herzberg wechselt von Kaufhof zu Neckermann.de
Nun wird er Chef des zum KarstadtQuelle-Konzern Börsen-Chart zeigen gehörenden Versenders Neckermann.de. Die Firma soll verkauft werden oder an die Börse gehen - eine Herausforderung für den Manager. Großen Ärger hat der Wechsel bei seinem bisherigen Arbeitgeber Kaufhof ausgelöst. Gerade mal eineinhalb Jahre war Herzberg im Vorstand der Metro-Tochter, als er Aufsichtsratschef Hans-Joachim Körber (60) um Auflösung seines Vertrags bat. Der Konzernprimus hielt die Kündigung volle drei Monate geheim, ehe er geruhte, den gesamten Aufsichtsrat zu informieren. Entsprechend sauer reagierte Metro-Personalvorstand Zygmunt Mierdorf (54).

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Offenbar hatte Körber das Eingeständnis seiner gescheiterten Personalpolitik hinauszögern wollen. Seit einem Jahr sucht er vergeblich einen Nachfolger für den glücklosen Kaufhof-Chef Lovro Mandac (56). Herzberg wurde für die Position nicht in Erwägung gezogen. Und sein bisheriger Rivale im Kampf um den Chefposten, Vorstand Ralf Pütmann (42), der sich derzeit mit Vorliebe auf Kongressen zu profilieren sucht, hat angekündigt, dass er ebenfalls gehen werde, falls er nicht zum Chef aufsteige.

Dass Herzberg zum Jobhopping neigt, hätte Körber wissen müssen. Anfang 2005 hatte der Jungmanager nach gerade mal zwei Jahren vorzeitig den Chefposten bei der Douglas-Tochter Christ aufgegeben, um zu Kaufhof zu wechseln. Metro Börsen-Chart zeigen musste damals - wie für einen Söldner im Profifußball - eine Million Euro Ablöse an Douglas Börsen-Chart zeigen zahlen, um Herzberg freizubekommen.

© manager magazin 1/2007
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