Montag, 29. August 2016

Finanzinvestoren Unter Heuschrecken

Vor den Herren des schnellen Geldes zittern Topmanager in aller Welt. Was treibt die Firmenjäger? Welche Ziele verfolgen die neuen "Masters of the Universe"? Ein Inside-Report aus New York, der Hauptstadt der Heuschrecken.

Der Abend näherte sich seinem Höhepunkt, als Hollywood-Star Gwyneth Paltrow die Bühne des New Yorker Jacob K. Javits Convention Center betrat. Jetzt bekamen die rund 4000 Gäste, die bis zu 100.000 US-Dollar für einen der begehrten Tische gezahlt hatten, etwas für ihr Geld: Showtime auf dem Wohltätigkeitsball der Robin Hood Foundation, die Gewinner der Tombola wurden bekannt gegeben.

Geld und Glamour:
Keine Geringere als Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow moderierte die Spendengala der Robin-Hood-Stiftung
Damit nicht genug. Der Sieger der Auktion reichte den Wagen abermals zurück. Ebenso wie der Gewinner des folgenden Bietergefechts und dessen Nachfolger. Es wäre womöglich Stunden so weitergegangen, hätte der Auktionator den Sieger der vierten Runde nicht gezwungen, das Cabrio zu behalten. Das Ergebnis der diversen Mustang-Versteigerungen: 390.000 US-Dollar.

Spektakuläre Auktionen wie diese vom vergangenen Mai haben Tradition bei den Charity-Events der Robin Hood Foundation. Die New Yorker Stiftung ist nicht irgendein gemeinnütziger Verein. Sie wird dominiert von einem Berufsstand, dessen führende Vertreter es in den vergangenen Jahren unter die reichsten und einflussreichsten Unternehmer der Welt geschafft haben: die Hedgefondsmanager.

In Deutschland gelten die Verwalter der teilweise milliardenschweren Investmentvehikel noch immer als dubiose Spieler, als Cowboys der Finanzmärkte. Spekulanten wie der Frankfurter Florian Homm, der sich Hedgefondsmanager nennt und in den Medien gern den wilden Mann markiert, prägen das Bild.

Doch die angelsächsischen Finanziers spielen in einer gänzlich anderen Liga. In den USA zählen Hedgefondsmanager und ihre Kollegen aus der Private-Equity-Branche längst zur High Society - und zum Who's who der Wirtschaftselite.

Ihre Biografien sind ebenso beeindruckend wie bizarr. Da ist der frühere Investmentbanker Edward Lampert (43), der zwei der größten US-Einzelhandelsketten, Kmart und Sears, erst vor der Pleite rettete, dann zusammenschmiedete und damit über eine Milliarde Dollar verdiente.

Oder Stephen Schwarzman (59), der mit dem ehemaligen US-Handelsminister Peter Peterson (80) das Private-Equity-Haus Blackstone gründete und mit seinem ersten größeren Deal in Deutschland, dem Kauf- und Wiederverkauf der Hoechst-Tochter Celanese Börsen-Chart zeigen, gleich 2,5 Milliarden US-Dollar Profit machte.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 3/2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH