Freitag, 22. Februar 2019

Führungsnachwuchs Harte Schule

Der Berufseinstieg wird härter, die Anforderungen werden größer. Kienbaum-Personalexperten haben exklusiv für manager magazin ermittelt, was Unternehmen von High Potentials erwarten.

Bei DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen in Stuttgart hat die Globalisierung ein Gesicht. Es gehört Katharina Bleck, seit einem Jahr Mitglied der internationalen Nachwuchsgruppe des Konzerns. Die Wirtschaftsingenieurin ist erst 25 Jahre alt, hat aber schon in mehr Ländern und Unternehmen gearbeitet, als die meisten Manager in ihrem ganzen Berufsleben jemals kennen lernen.

Verschärfte Auswahl: Vielfach müssen sich schon Einsteiger in Einzel-Assessments bewähren
Neben vier studienbegleitenden Praktika absolvierte sie Auslandseinsätze in Argentinien, Spanien und den USA. Die Frau ist so tough wie die Federung der Lastwagen, um deren Produktion sie sich derzeit kümmert.

Bleck ist eine so genannte High-Potential-Kandidatin. Sie gehört zu jenem elitären Kreis besonders qualifizierter Berufseinsteiger, um die sich die Unternehmen mehr denn je reißen.

Gut ein Drittel aller Uniabsolventen zählt zu dieser Elite, aus der die Unternehmen die Führungsgeneration von morgen und übermorgen rekrutieren - so das Ergebnis einer Studie der Managementberatung Kienbaum, die manager magazin exklusiv veröffentlicht.

Kienbaum untersucht seit 1999 regelmäßig das Anforderungsprofil der Unternehmen an den potenziellen Führungsnachwuchs. Die Antworten der Personalverantwortlichen aus rund 150 Unternehmen zeigen, dass es noch schwieriger geworden ist, einen der als Karriereturbo geltenden Plätze in den Talentprogrammen zu ergattern.

"Die Kandidaten müssen heute schon vor dem eigentlichen Berufsstart internationale Erfahrungen sammeln. Sie müssen mehrere Praktika vorweisen können, und sie sollten ein Höchstmaß an Eigenmotivation mitbringen", sagt Kienbaum-Chef Jochen Kienbaum.

Weil Einsteiger solchen Zuschnitts vom Start weg verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen, haben die Unternehmen den Auswahlprozess verschärft. Wie bei der Einstellung erfahrener Manager holen die Personalexperten vorab Referenzen ein, vielfach müssen sich die Einsteiger auch in Einzel-Assessments bewähren.

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