Montag, 10. Dezember 2018

Zukunftsstädte Curitiba in Brasilien

Die Weltwirtschaft verändert sich dramatisch. Als neue Schwergewichte treten Brasilien, China und Indien auf. manager magazin stellt drei noch weithin unbekannte Zukunftsstädte vor, die für Investoren interessant werden. Heute: Curitiba im Süden Brasiliens.

Hübsch sieht sie aus, diese Stadt im brasilianischen Süden. Bäume säumen die Straßen, zahllose Parks laden zum Nichtstun ein. Im Zentrum erstreckt sich die Rua 24 Horas, eine Einkaufsmeile, über der ein 116 Meter langes Glasdach prangt. Drum herum anmutige Fassaden aus dem vorletzten Jahrhundert und stattliche Kirchen.

Warum sich das Investieren in Curitiba lohnt: Blühende Agrar- und Metall verarbeitende Industrie, Steueranreize, niedrige Löhne, hohe Lebensqualität, wenig Kriminalität, Nähe zu einem großen Hafen
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Warum sich das Investieren in Curitiba lohnt:
Blühende Agrar- und Metall verarbeitende Industrie, Steueranreize, niedrige Löhne, hohe Lebensqualität, wenig Kriminalität, Nähe zu einem großen Hafen
Hohe Lebensqualität: Grün, gepflegt und ordentlich - Curitiba präsentiert sich als charmantes Provinzstädtchen, das sich auf einem Plateau unweit der Atlantikküste ausbreitet. Erst bei der Fahrt in die Gewerbegebiete wird klar: Hier entfaltet sich eine Industriemetropole, die so schnell wächst wie kaum ein anderer Ort im prosperierenden Brasilien.

In den 60er Jahren zählte die Stadt 400.000 Einwohner. Mittlerweile leben im Großraum Curitiba annähernd fünf Millionen Menschen. Und mit jedem Tag zieht die Region, deren Pro-Kopf-Einkommen etwa dreimal so hoch ist wie der Landesdurchschnitt, neue Zuwanderer an.

Den Grundstein für die rasche Entwicklung Curitibas legte der ehemalige Bürgermeister Ivo Arzua. Er ließ den Masterplan für das vorbildliche öffentliche Verkehrssystem von Curitiba entwickeln. Seither durchziehen Busspuren die Innenstadt wie ein Spinnennetz.

Gläserne Röhren sorgen dafür, dass das Umsteigen möglichst schnell geht. Die Busse fahren die "Tubulares" an, die Passagiere betreten von der einen Seite die Röhre und steigen auf der anderen Seite wieder in einen dort wartenden Bus ein. "Wir lieben unsere Busse und die Tubulares", schwärmt Christina Mathias von der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer. Die meisten Curitibanos benutzen öffentliche Verkehrsmittel - mit der Folge, dass es relativ wenige Staus gibt.

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© manager magazin 5/2005
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