Donnerstag, 19. Juli 2018

Anlagestrategie Die Geld-Lawine

Steigende Rohstoffpreise und eine laxe Notenbankpolitik beschleunigen die Geldentwertung. Wie können Anleger sich auf die Rückkehr der Inflation einstellen? Markus Ross, Vorstand der Vermögensverwaltung Ceros, hat ein Musterportfolio zusammengestellt.

Stellen Sie sich vor, Sie müssen für eine Packung Toastbrot eine drei- oder vier-, ach was, eine achtstellige Summe bezahlen. Einen ganzen Koffer voll Geld zum Supermarkt tragen.

 Vorsicht Inflationsgefahr: Die Geldentwertung hat sich merklich beschleunigt. Getrieben wird die Geldentwertung vor allem von den Rohstoffmärkten.
mm.de
Vorsicht Inflationsgefahr:
Die Geldentwertung hat sich merklich beschleunigt. Getrieben wird die Geldentwertung vor allem von den Rohstoffmärkten.
Unvorstellbar? Vielleicht für Sie, aber im Kopf von Roland Leuschel (67) hat diese Schreckensvision ihren festen Platz. "Eine weitere Episode von Hyperinflation" drohe, orakelt der einstige Chefstratege der Banque Bruxelles Lambert in seinem jüngsten Buch.

Und schuld daran ist ausgerechnet der Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan (78). Seit Jahren überflute der Zentralbanker die Märkte mit billigem Geld. Irgendwann, so fürchtet der Ex-Bankier, müsse sich die ins unvorstellbare aufgeblähte Geldmenge in dramatisch steigenden Inflationsraten niederschlagen.

Sicher, Leuschel gilt als notorischer Schwarzseher und passionierter Pessimist. Er hat dieses Image, seit er für den Oktober 1987 einen Börsenkrach ankündigte - und Recht behielt. Von da an warnte er nahezu unablässig vor dem nächsten großen Crash, musste darauf aber 13 Jahre lang warten, bis zum Jahr 2000.

Man würde Leuschel und sein "Greenspan Dossier" ja am liebsten ignorieren, gäbe es nicht Anzeichen, dass die Zeiten fast inflationsfreien Wachstums vorüber sein könnten.

Fest steht: Die Geldentwertung hat sich in den vergangenen Monaten merklich beschleunigt. Im Euro-Raum lag die jährliche Teuerungsrate im Juni bei 2,4 Prozent, im Jahr 2003 waren es nur 2,1 Prozent. In den USA legten die Preise gar um 3,3 Prozent zu - noch im März hatte der Preisaufschlag gerade einmal 1,7 Prozent betragen.

Getrieben wird die Inflation vor allem von den Rohstoffmärkten. Öl ist so teuer wie seit 14 Jahren nicht mehr. Die Preise von Gold und Platin explodierten regelrecht.

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© manager magazin 9/2004
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