Mittwoch, 14. November 2018

Hall of Fame 2004 - Laudatio Roman Herzog über Reinhold Würth

"Es ist eine ungeheure Kreativität hinter seinem Werk, ein großer Wagemut."

Reinhold Würth übernahm 1954 mit nur 19 Jahren und ohne dass das zu seiner Lebensplanung gehört hätte, das Geschäft seines allzu früh verstorbenen Vaters. Der Umsatz dieser Großhandlung für Schrauben und andere Befestigungselemente war damals noch bescheiden, doch er wuchs schnell. Das Bilanzjahr 1954/1955 erbrachte einen Umsatz von 176.000 Mark - ein Zuwachs von 20 Prozent.

Laureat Reinhold Würth
Dann kam der Aufstieg, von dem ich nur sagen will: Aus der mittelständischen Adolf Würth GmbH & Co. KG wurde ein Weltkonzern mit zuletzt rund 5,4 Milliarden Euro Umsatz, also mehr als 10 Milliarden DM seligen Angedenkens.

Natürlich ist dieser Aufstieg auch einem ungeheuren Boom in der Weltwirtschaft zu verdanken. Aber wer Reinhold Würth kennt, weiß auch, dass es der Eigentümerunternehmer selbst ist, dem dieser Erfolg zu verdanken ist.

Ich kenne wenige Unternehmer, die so über das Phänomen Arbeit selbst reflektiert haben wie er. Seine Überzeugungen beruhen auf dem Schumpeter'schen Unternehmertum, aber auch hier mit dem Unterschied, dass er darüber nicht nur räsoniert, sondern dass er die Konsequenzen daraus zieht. Es ist eine ungeheure Kreativität hinter seinem Werk, ein großer Wagemut.

Laudator Roman Herzog
Zu den zahlreichen Facetten im Leben und Wesen von Reinhold Würth zählt die des Sammlers und Mäzens. Er hat beachtliche Kunstsammlungen aufgebaut und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich - getreu der Einsicht, dass Kunst nur dann wirklich Kunst ist, wenn sie öffentlich ist.

Erwähnt werden müssen schließlich sein soziales Engagement und der Einsatz für seine Heimatregion - Künzelsau und das württembergische Franken.

Die einzelnen Initiativen von Reinhold Würth hier aufzuzählen versagt mir die Uhr. Ich gratuliere Reinhold Würth zur Aufnahme in die Hall of Fame.

Roman Herzog, Bundespräsident a.D.

* Roman Herzog ist Bundespräsident a.D.. Seine Laudatio auf Reinhold Würth ist hier in Auszügen wiedergegeben.


© manager magazin 7/2004
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