Dienstag, 26. Juli 2016

Aktienmärkte Auf den Index setzen

Princeton-Professor Burton Malkiel hat mit seiner "Dartpfeil-Methode" viele Fondsmanager in Verlegenheit gebracht. Malkiel hält nichts von Fonds. manager-magazin-Lesern verrät er, wie sie ihre Altersvorsorge stattdessen aufbauen sollten.

mm:

Professor Malkiel, können wir uns Ihre Dartpfeile ansehen?

"Jemand wie Warren Buffett ist im Grunde nichts anderes als ein Zufall."
Burton Malkiel
Malkiel: Warum glauben Sie, dass ich welche in der Tasche habe?

mm: Sie haben einmal behauptet, dass es genügt, Dartpfeile auf die Börsenseiten einer Zeitung zu werfen, um besser abzuschneiden als der Großteil der professionellen Fondsmanager.

Malkiel: Oh, das ist jetzt 30 Jahre her und hat eine Menge Wirbel provoziert. In der "Business Week" war damals zu lesen, dass ich den größten Unsinn geschrieben habe, der jemals über das Geldanlegen an der Börse zu Papier gebracht worden ist. Das "Wall Street Journal" hat dann Anfang der 90er Jahre damit begonnen, Portefeuilles von Finanzprofis gegen Depots antreten zu lassen, deren Aktienauswahl durch Dartwürfe zustande gekommen war. Nach über zehn Jahren hatten sich die Darts einen leichten Vorsprung gegenüber den Profis herausgearbeitet. Aber im Grunde trifft die Analogie von den Wurfpfeilen meinen Investmentansatz nicht richtig.

mm: Wollen Sie jetzt etwa widerrufen und Abbitte leisten?

Malkiel: Nein, ich denke nur, dass ein anderes Bild passender ist. Statt Darts sollten Anleger ein Badetuch über die Börsenseiten werfen und alle Aktien kaufen, die darunter liegen.

mm: Warum?

Malkiel: Wenn das Handtuch groß genug ist, treffen Sie damit sämtliche an einer Börse gehandelten Aktien - Sie kaufen übertragen gesprochen den kompletten Markt und halten ihn anschließend so lange wie möglich. Diese Strategie lässt sich am besten durch den Kauf eines kostengünstigen Indexfonds erreichen, der den Markt möglichst breit abdeckt. Sie schneiden damit nie besser oder schlechter ab als der Markt. Auf diese Weise schalten Sie auch jedes Risiko aus, sich bei der Auswahl von Branchen und Firmen zu vergreifen.

mm: Das kann teuer werden. Jeder, der Anfang März 2000 sein Geld in Dax- oder EuroStoxx-Indexfonds gesteckt und bis heute durchgehalten hat, steht mit Verlusten von 50 Prozent und mehr da.

Malkiel: Solche Einbußen hätten Sie auch gehabt, wenn Sie einen gängigen Aktienfonds gekauft hätten. Wahrscheinlich wäre Ihr Minus dann sogar noch höher ausgefallen.

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