19.07.2004
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Was macht eigentlich
Thomas Haffa?

Von Klaus Boldt

Thomas Haffa, Gründer und Ex-Chef von EM.TV, muss einem nicht unbedingt Leid tun, aber ein bisschen rühren darf er einen schon, vorausgesetzt, man hat momentan nichts Besseres zu tun: Er ist ja tief gefallen, und sein gesellschaftlicher Absturz setzt sich fort.

Doch statt bockig Trost zu suchen in Selbstmitleid, praktiziert Haffa, ehedem Erfinder und Heizer von EM.TV Chart zeigen und Symbolfigur des Neuen Marktes, die Technik des Schwebens über den Dingen: Er betrachtet das Wirtschaftsgeschehen sozusagen von höherer Warte aus, wie ein alter, verrückter Vogel, der das Lied noch kennt, es aber nicht mehr singen will.

  "Es ist schwer, all dies zu verarbeiten."   Ex-EM.TV-Chef Thomas Haffa (l.), hier im Gespräch mit Bruder Florian beim Prozesstermin am 4. November 2002 in München
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REUTERS

"Es ist schwer, all dies zu verarbeiten."
Ex-EM.TV-Chef Thomas Haffa (l.), hier im Gespräch mit Bruder Florian beim Prozesstermin am 4. November 2002 in München

Haffa war der böse Mann, der viele Anleger grund-, ja geradezu bodenlos reich, viele indes auch wieder arm gemacht hat.

Was ihm in Sonderheit das Landgericht München nachhaltig verübelte und mit einer Geldstrafe in Höhe von 1,2 Millionen Euro ahndete: Der Schwabe hatte an den Firmendaten herumgefummelt wie ein pubertierender Pfadfinder am eigenen Ich: "Alles läuft super!" krähte er einst und wider besseres Wissen, als es gar nicht mehr super lief.

Jedenfalls ist der Herr Haffa in aktienweltliche und -rechtliche Grenzbereiche pionierhaft vorgestoßen, die vor ihm noch keiner gesehen hat. Haffa zerknirscht: "Es ist schwer, all dies zu verarbeiten." Aber er lässt auch keinen Zweifel daran, dass die Verarbeitung nun abgeschlossen ist.

Rasch kommt er auf "dieses Neidproblem in Deutschland ..." freilich auch nur beinahe zu sprechen.

Es bleibt bei der Satzskizze: Weil der Neid natürlich die Strafe ist, mit der er dafür büßen muss, ja, meine Güte: gern büßen will, dass er rund 250 Millionen Euro retten konnte im Chaos des Zusammenbruchs: "Lasst doch Menschen, die Risiken eingehen, auch Geld verdienen", setzt Haffa ganz grundsätzlich fort, meint aber nicht nur sich selbst, sondern alle, jedenfalls alle "30-Jährigen, die Unternehmer sein wollen", jedoch "nicht da sind" in diesen schlappen Zeiten.

Egal, wo sie sind, Haffa ist weiterhin vor allem in München-Bogenhausen ansässig, obwohl ihm Amerika fast noch besser gefällt, und generell schwer zugange: macht hier, tut da, als wolle er etwas wiederholen und weiß nicht wie und weiß nicht was.

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