Freitag, 16. November 2018

Investor Treuhand Sauber, Mann

Mario Ohovens Fondsvertrieb hat Ärger mit der Justiz - schlecht für das Geschäft.

Gern gibt Mario Ohoven (55) den gepflegten, wohl erzogenen Unternehmer: feinster Zwirn, der Scheitel wie mit dem Lineal gezogen, fester Händedruck, unterstrichen von der Andeutung eines Dieners - einfach formvollendet. Wie es sich für den Präsidenten des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft gehört.

 Mario Ohoven
DDP
Mario Ohoven
Im Hauptberuf arbeitet der Geschäftsmann als Chef des Düsseldorfer Fondsvertriebs Investor- und Treuhand Beratung (IT).

In dieser Funktion scheinen Ohoven gute Manieren weniger wichtig zu sein. Harsch, geradezu cholerisch reagiert der bullige Mann auf Kritik. Mit hochrotem Kopf teilt er dann Frechheiten aus. Weniger emotional, aber nicht minder selbstherrlich kontert "Super-Mario" ("Tageszeitung") Beschwerden seiner Kunden, der Zeichner von Immobilien- und Medienfonds. Zur Not mit Unterstützung von Spitzenanwälten. Lange Zeit konnte Ohoven die Justiz auf seiner Seite wähnen. Ende Dezember freilich verurteilte erstmals ein Gericht seine Firma dazu, einem Anleger Schadenersatz zu zahlen. Mit Drückermethoden, so hatte ein 77-jähriger pensionierter Ingenieur aus Mülheim/Ruhr geklagt, soll ihm ein Steuersparmodell verkauft worden sein.

Das Saubermann-Image des Fondsvertreibers, Ehemann der Unesco-Botschafterin Ute Ohoven (55), droht schweren Schaden zu nehmen.

Das wäre schlecht für das Geschäft. Brachte doch der seriöse Eindruck, den Ohoven bei öffentlichen Auftritten mit Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Showgeschäft hinterließ, ihm viele gut betuchte Kunden.

So auch jenen Rentner aus Mülheim, der Ohoven 1997 im Düsseldorfer Hilton in lockerem Gespräch mit dem heutigen Bundeskanzler erlebte.

Einige Monate später beteiligte sich der Pensionär mit gut 125.000 Euro am Cinerenta I, einem von IT vertriebenen Filmfonds. Auf das Geschäft ließ sich der Mülheimer nach eigenem Bekunden nur ein, weil Ohovens Verkäufer ihm versichert hätten, er ginge kaum ein Risiko ein. Sogar der Vertriebsleiter der IT habe ihm erklärt, dass er binnen 18 Monaten knapp 80 Prozent seines Einsatzes durch Ausschüttungen des Fonds zurückbekäme. Garantiert.

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