Mittwoch, 28. September 2016

Hochfinanz im Tief Die Krise der Großbanken

Das Jahr 2001 wird ein bitteres Jahr für die Banken. Weltweit leidet die Branche unter der Börsen- und Konjunkturschwäche. Die deutschen Institute trifft es besonders hart.

Commerzbank

: Vorstandschef Klaus-Peter Müller, 57, sieht sein Haus "in einem Stressszenario aus rezessivem Konjunkturverlauf und Börsenbaisse". Die Folge: ein dreistelliger Millionenverlust im dritten Quartal. Müllers Reaktion: 3400 Commerzbanker müssen gehen, darunter zwei Vorstände. "Erstmals in der Geschichte der Bank werden wir um betriebsbedingte Kündigungen nicht herumkommen", sagt Müller.



Arne Stuhr;mm.de
Deutsche Bank: Auch der Branchenprimus muss sparen. Die Kosten sollen um zehn Prozent gesenkt werden, mindestens 7100 Stellen fallen weg. Das Halbjahresergebnis war noch respektabel und auch das dritte Quartal lag trotz eines Gewinneinbruchs über den Erwartungen der Analysten. Die Hoffnungen hat Vorstandssprecher Rolf-E. Breuer (63) aber bereits gedämpft. Auf die Frage, wie sich das Geschäft im vierten Quartal entwickelen werde, antwortete er: "Schwach."



Dresdner Bank: Dass es auch bei der Allianz-Tochter Kündigungen geben könnte, schließt Bankvorsteher Bernd Fahrholz (54) nicht aus. Sein Haus leidet besonders unter der Börsenflaute. Im zweiten Quartal halfen nur Sondererträge über die Nulllinie; das dritte Quartal dürfte kaum die Wende gebracht haben. Nun macht die Allianz Druck - und Fahrholz reagiert: 7800 Stellen werden abgebaut.



HypoVereinsbank: Ergebniseinbruch und Kursverfall - auch HypoVereinsbank-Primus Albrecht Schmidt (63) sieht sich zu tiefen Schnitten gezwungen: Mehr als 10.000 Stellen sollen gestrichen werden.



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