Freitag, 16. November 2018

Bücher Lesen und Lernen

Welches Buch hat Sie auf Ihrem Weg zum Karriereerfolg am meisten beeinflusst? mm stellte diese Frage den Protagonisten der Titelgeschichte.

Empfehlung von O. Frey:

Dieter Balkhausen: "Alfred Herrhausen"; Econ, München 1991, (zur Zeit vergriffen).

Ein Buch, das ich auf meinem Karriereweg immer wieder zur Hand genommen habe, ist die Biografie des ehemaligen Deutsche Bank-Chefs Alfred Herrhausen.

Die Ermordung Herrhausens 1989 hat mich - wie sicherlich viele andere - schwer erschüttert.

Die Person Herrhausen stand für Leadership: Er kommunizierte offen und direkt. Er fällte klare Entscheidungen ohne Hintertürchen. Vor Erbhöfen und Seilschaften hatte er wenig Respekt. Umso mehr schätzte Herrhausen Kompetenz und Leidenschaft.

Vor 15 Jahren war Herrhausens entscheidungsfreudiger Führungsstil noch revolutionär, heute wird er von den Finanzmärkten mehr und mehr eingefordert.

Im Nachhinein betrachtet, gehörte Herrhausen zu den Pionieren einer neuen Managergeneration. Wie der Banker dazu wurde, schildert diese Biografie spannend und kenntnisreich.

Natürlich kenne ich Herrhausen nur aus dem Buch. Doch in der in diesem Werk geschilderten Figur erkenne ich viele Parallelen zu meinem eigenen Handeln als Manager.


Empfehlung von T. Gholami: Rolf Kübel: "Ressource Mensch"; C. H. Beck, München 1990, 48,00 Mark.

Heute reden alle vom "Unternehmer im Unternehmen" oder von der "Ich-AG". Rolf Kübel hat schon vor Jahren beschrieben, warum Unternehmen gut beraten sind, ihre Leute nicht zu Befehlsempfängern zu degradieren. Seine These ist so einfach wie überzeugend: Die persönliche Entfaltung der Mitarbeiter und der Unternehmenserfolg bedingen sich wechselseitig.

Ich habe das Buch vor vier Jahren gelesen, als ich bei BMW erstmals ein Team übernahm. Inzwischen führe ich 60 Leute. Es wäre nicht nur unmöglich, die Arbeitsschritte jedes Einzelnen detailliert festzuschreiben. Es wäre - das habe ich bei Kübel gelernt - sogar unsinnig. Wenn ich flexible, schnelle, unternehmerische Mitarbeiter will, darf ich ihnen nicht mit zu viel Hierarchien und Kontrolle kommen. Manager müssen loslassen können.

Bald wird es bei BMW Mitarbeiter ohne festen Schreibtisch geben. Dass ich das gut finde, hat viel mit diesem Buch zu tun.


Empfehlung von Ch. Lipski: John Irving: "Das Hotel New Hampshire"; Diogenes, Zürich, 22,90 Mark.

Irving beschreibt in diesem Romanklassiker das wechselvolle Leben einer exzentrischen Familie. Der Vater, von Beruf Lehrer, erfüllt sich gegen viele Widerstände den Traum von einem eigenen Hotel.

Ich habe aus diesem Buch drei Lehren für mein Berufsleben gezogen:

1. Was auch passiert, es geht immer weiter. Nichts kann so schlimm sein, dass es nicht gelingt, wieder aufzustehen. In jeder Niederlage und in jedem Verlust stecken eine Chance und ein Neubeginn.

2. Sei bereit, dich zu verändern, wenn es sich ergibt, und ergreife immer wieder neue Möglichkeiten. Ich habe an diese Aussage des Buches gedacht, als ich mich entschieden habe, bei unserem Start-up einzusteigen.

3. Familie ist das Wichtigste. Diesen Satz beziehe ich sowohl auf das Privat- wie auch das Geschäfts-leben. Wir sind in meiner Firma bis heute eine große Familie geblieben; und in den Start-up-Tagen waren wir es ohnehin.

Das Buch hilft mir immer dann, wenn ich in Arbeit beinahe ersticke, abends nicht abschalten kann und in Selbstmitleid zu versinken drohe. Es ist unterhaltsam, voll hintergründigem Witz und sehr optimistisch.

Teil 2: Was Aufsteiger lesen


Berufe von morgen

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