23.04.2001
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Topmanager
Alles Goldman oder was?

Von Dietmar Student

Er ist es dann doch nicht geworden.

Ulrich Köstlin (48), Vertriebsvorstand beim Pharmaspezialisten Schering, hatte beste Aussichten auf die Nachfolge von Giuseppe Vita (65).

Es wird ein anderer.

  Humankapital von Goldman Sachs:  Rudolf Ferscha ging zur Deutschen Börse AG

Humankapital von Goldman Sachs: Rudolf Ferscha ging zur Deutschen Börse AG

Vita, seit über elf Jahren an der Spitze des Berliner Unternehmens, wechselt Ende April auf den Chefposten im Aufsichtsrat; dann soll ihn der Produktions- und Personalvorstand Hubertus Erlen (57) ersetzen.

Die Schering-Vorstände, Anhänger eines demokratischen Führungsverständnisses, wollten, so berichten Insider, "keinen jugendlichen Strahlemann" akzeptieren, offenbar aus Sorge, fortan an Einfluss zu verlieren.

So wurde es eben Erlen, der erfrischend pflegeleichte "Ich-macheweiter-so"-Übergangstyp.

Das deutsche Topmanagement tut sich schwer mit dem Generationswechsel. Viele Konzerne verpassen den rechten Zeitpunkt, oder es fehlt ihnen der Mut zum radikalen Schnitt.

Der Kern des Problems: Die Unternehmen haben meist zu spät begonnen, systematisch Führungspersonal auszubilden - ein "schwerer Mangel", befindet der Münchener Consultant Berger (siehe "Berater Berger skizziert den deutschen Managertypus").

Wie das geht, hätten sich die heimischen Topmanager bei Shell abgucken können. Der britisch-niederländische Ölmulti betreibt ein ausgeklügeltes Rekrutierungs- und Fördersystem. Für jede Spitzenposition gibt es meist zwei interne Kandidaten; die Nachwuchskräfte, die alle paar Jahre die Stelle wechseln, werden in jährlichen Staff-Reports beurteilt.

Und damit erst gar keine Lehnstuhlkarrieren in der Chefetage geplant werden: Mit 60 ist definitiv Schluss, im Schnitt alle vier Jahre wechselt der CEO, der Aufstieg des Shell-Chefs in den Aufsichtsrat ist alles andere als selbstverständlich.

Hier zu Lande bleibt kaum noch Zeit für einen solchen wohl geplanten Weg. Der Umbruch kommt in vielen Unternehmen zu schnell für eine geordnete Personalentwicklung.

Nun müssen sich die Konzerne draußen bedienen, bei Unternehmensberatungen oder Investmentbanken.

Bei Goldman Sachs zum Beispiel.

  Ein weiterer Goldman Abgänger:  Paul Achleitner landete bei der Allianz
DPA

Ein weiterer Goldman Abgänger: Paul Achleitner landete bei der Allianz

Die Wall-Street-Kultfirma versorgt die halbe deutsche Finanzszene mit Humankapital. Paul Achleitner (44) ging zur Allianz; Rudolf Ferscha (39) verstärkt die Deutsche Börse AG. Und Stefan Jentzsch (41) zieht demnächst sogar als Aspirant für die Nachfolge von Hypo-Vereinsbank-Chef Albrecht Schmidt (63) in den Vorstand des Münchener Geldhauses ein.

Für den Goldman-Sachs-Direktor (bisheriges Jahreseinkommen: gut fünf Millionen Mark) bedeutet der Wechsel, hierarchisch betrachtet, einen steilen Aufstieg; für die Führungskräfteentwickler des zweitgrößten deutschen Kreditinstituts ist der Fall ein Armutszeugnis.

Die Münchener Bankvorstände gewinnen der Angelegenheit indes durchaus positive Seiten ab. Ihre Gehälter sind kräftig angehoben worden - wegen Großverdiener Jentzsch.


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