Von Dietmar Student
Hier wurde keine Minute vergeudet, Arbeitseinsatz bis Ultimo, höchst effizient das Ganze, sozusagen à Power-Point. Der Weltchef der Boston Consulting Group, Hans-Paul Bürkner (60), trat zum Jahresende ab, und zwar, daran hatte er intern keinen Zweifel gelassen, exakt am 31. Dezember 2012 um 23:59,59 Uhr. Um jeglicher Zeitzonendebatte beim globalen Consultant den Boden zu entziehen, hatte der Rückzugsbereite auch gleich klar gemacht, was galt: die Hawaii-Standard-Time.
Was so leichtfüßig als Humoreske in die Geschichte trippelt, hat einen durchaus ernsten, womöglich tiefenpsychologischen Hintergrund: Bürkner will eigentlich nicht weg. Aber es ging halt qua Satzung nicht länger. Neun Jahre respektive drei Amtszeiten stand der Ostfriese an der BCG-Spitze.
Jetzt dürfen auch mal andere ran. Der Amerikaner Rich Lesser (49), der nach mehreren Wahlgängen siegte, ersetzt Bürkner. In Deutschland wechselt die Führung ebenfalls. Christian Veith (54), einst von Bürkner installiert, wird einer von zwei Europa-Chefs; ein neues Managementteam unter der Leitung des Seniorpartners Carsten Kratz (45) hat übernommen.
An die neuen Leute knüpfen sich Hoffnungen, einige Partner verbinden damit einen Richtungswechsel, andere einen Klimawandel, und alle fragen sich: Wo geht's denn künftig lang, Rich?
Gut beraten sind die Frontrunner, wenn sie die Kernkompetenz von BCG stärken: die Strategieberatung. Das Hin- und Herwälzen von Gedanken, unter gelegentlicher Missachtung der aufblitzenden Dollar- und Eurozeichen, das hat die Bostoner Vordenker berühmt und berüchtigt gemacht.
Welche Projekte den Kunden wichtig sind
Diese Geisteshaltung ist künftig mehr denn je gefragt. Exklusiv für manager magazin hat der Wirtschaftsprofessor Dietmar Fink die führenden deutschen Managementberater geprüft. Der Bonner Forscher ermittelte, wie zufrieden die Kunden mit ihren Ratgebern sind, was die Unternehmen von ihnen verlangen und für welche Projekte sie mehr Geld ausgeben wollen.
Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung:
Keine Frage: Mit Strategievorhaben lässt sich gutes Geld verdienen. Aber welche Strategie haben die Dienstleister selbst?