Luftfahrtmanager magazin RSS  - Luftfahrt

Alle Artikel und Hintergründe


04.09.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Sparzwang

Immer Ärger mit der Lufthansa

Von Michael Machatschke

Lufthansa: Empörte Kunden drohen mit Abwanderung
Fotos
dapd

Europas größte Fluglinie muss sparen. 1,5 Milliarden Euro sollen herausgebürstet werden. Die Folgen: Der Service leidet, treue Kunden werden vergrätzt.

Hamburg - Die Lufthansa tritt auf die Kostenbremse. Ein Sparprogramm nach dem anderen wird durchgeboxt, um die Restprofitabilität zu sichern, doch im Vergleich mit anderen Gesellschaften bleiben die Lufthanseaten blass. Bei den operativen Gewinnen pro Passagier etwa wirkt die Kranich-Airline gegenüber Wettbewerbern wie Emirates und Ryanair geradezu flügellahm.

Der entstandene Sparzwang mag deshalb verständlich sein, doch hat die Lufthansa damit ihre treuesten Kunden verärgert. So, wie den prominenten Selbstständigen, der hier nicht genannt werden möchte. Er kommt mittlerweile immer öfter mit anderen Passagieren in Berührung - ganz handfest. Mal spürt er die Knie des Hintermanns im Rücken. Mal stößt er mit dessen Füßen zusammen, die unter dem Sitz hervorlugen.

Die Karambolagen haben nichts mit Rüpelei zu tun, sondern mit dem neuen Innenleben der Lufthansa-Maschinen, der sogenannten Europa-Kabine. Die weist allen den gleichen, knapp bemessenen Sitzabstand zu, ob sie nun zum Economy-Tarif reisen oder gegen gehöriges Aufgeld vor dem Vorhang sitzen wie unser Vielflieger.

Er hat an Lufthansa-Chef Christoph Franz (52) geschrieben, gefragt, warum man dann noch Businessclass buchen solle? Die Antwort fiel höflich aus, aber kühl. "Bei unserem neuen Sitz", klärte Franz den Kritiker auf, "haben wir in der Konzeptionsphase rund 300 Fluggäste zu Tests eingeladen." Mit anderen Worten: Der Kunde soll sich nicht so anstellen.

Vielflieger Eggendorfer klagte - und wird Ziel von Solidaradressen

Der aber ist jetzt erst recht irritiert - ein Zustand, den er mit zahlreichen Geschäftsreisenden teilt. "Viele Topkunden sind in der Tat angefressen", gesteht ein hoher Lufthanseat ein. Sie klagen über eine Businessclass, die nicht mehr als solche zu erkennen ist. Über Einschränkungen beim Treueprogramm Miles & More. Über Erlebnisse, die im scharfen Kontrast zum langjährigen Werbeversprechen der Airline stehen: "There's no better way to fly".

Die Irritation wächst noch durch erstaunliche Beileidsbekundungen. Flugbegleiter geben - wenn keiner mithört - den kritischen Passagieren in vielen Punkten recht. Sprechen von ihrem Unbehagen, die Mängel weglächeln zu müssen. Und fordern die Enttäuschten auf, doch bitte alles dem Vorstand zu schreiben.

Viele folgen dem Rat, manche laden ihren Frust aber auch direkt in Internetforen ab. Oder sie gehen den harten Weg, wie der Hamburger Informatikprofessor Tobias Eggendorfer, der die Lufthansa Chart zeigen wegen einer Entwertung seines Meilenkontos verklagte und seither mit Solidaradressen überschüttet wird.

Der Zoff mit den Vielfliegern ist das wohl auffälligste Zeichen einer fundamentalen Krise bei Europas größter Fluggesellschaft. Die Lufthansa steht in einem gnadenlosen Wettbewerb, die Gewinne im Stammgeschäft Fliegerei brechen weg. Sie muss handeln - aber wie?

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live




Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarife:
Finden Sie den passenden Tarif