Von Dietmar Student
Neue Impulse sind dringend nötig. Es wurde ja schon verdammt viel vermurkst. Immer noch ist kein Masterplan, kein Gesamtkonzept erkennbar, wie der Umstieg auf erneuerbare Energien bis 2022 gelingen soll, wenn das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet wird.
Ob bei Stromnetzen, Offshore-Windanlagen, Speichern oder Gaskraftwerken - überall stockt der Umbau. Auch weil der Marktmechanismus außer Kraft gesetzt wurde und ein Staatseingriff sofort den nächsten provoziert. Wie schwierig es ist, von einmal zugesagten Subventionen wieder herunterzukommen, zeigt die Posse um die Kürzung der Solarförderung. Bei der hierzulande unwirtschaftlichsten Form der Stromerzeugung waren zunächst drastische Einschnitte geplant, am Ende des Gezerres zwischen Bundesregierung und Bundesrat standen Einschnittchen.
Es herrscht ein System organisierter Verantwortungslosigkeit. Einzelwirtschaftliche Renditeinteressen werden bedient. Keiner fühlt sich mehr zuständig für die Versorgung als Ganzes.
Jedes Bundesland arbeitet an seiner eigenen Wende und richtet sich nach Meinungsumfragen aus wie eine Birke nach dem Nordseewind (Bayern und Niedersachsen stehen vor wichtigen Landtagswahlen). Kleingeist und Kleinstaaterei dominieren, dabei wirkt das deutsche Großvorhaben auch auf unsere Nachbarländer - der Strom kennt schließlich keine Grenzen. Das Problem harrt mithin einer gesamteuropäischen Lösung.
In dem Ausmaß, in dem die Strompreise steigen, sinkt die Akzeptanz der Energiewende. Ihr droht nicht nur das Teurer-später-Schicksal, das nahezu jedes Großprojekt ereilt. Die Frage ist, ob sie überhaupt noch zu schaffen ist.
Jetzt kommt es auf das letzte Aufgebot an. Auf die zentralen Figuren an den Schaltstellen der deutschen Energiewirtschaft, in Konzernen, Ministerien, Behörden und in der Justiz. Die glühreichen Sieben, die sollen es richten. Hier sind sie: