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07.12.2011
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New York Times

Druckend überlegen

Aus New York berichtet Klaus Boldt

New York Times: Rezept gegen die Medienkrise
Fotos
AFP

Die "New York Times" hat sich zum Hoffnungsträger ihrer Branche entwickelt. Es sieht so aus, als habe die berühmteste Zeitung der Welt einen Ausweg aus der Medienkrise gefunden: Sie lässt sich für ihre Arbeit wieder bezahlen.

Hamburg - Seit fast zwei Jahrzehnten ist Arthur Sulzberger Jr. Verleger der "New York Times" und seit 14 Jahren auch Chairman der übergeordneten New York Times Company, die von seiner Familie seit 1896 beherrscht wird.

Sulzberger ist 60 Jahre alt, grau-blond und mittelgroß, vielleicht einen Meter achtundsiebzig. Er ist der vierte Sulzberger, der dieser Ämter waltet, und vielleicht nicht gerade die Herzlichkeit in Person, und er macht auch nicht den Eindruck, als wüsste er es sonderlich zu schätzen, wenn man ihm jetzt mit irgendeinem Döntje käme - aber er hat eine freundliche Art, immer noch ein helles, junges Glimmen in seinen Augen, ein nettes Wesen und überhaupt einen enormen Händedruck: "Hallo, ich bin Arthur Sulzberger. Wie geht's Ihnen?"

Wir begrüßen uns im 15. Stock des New York Times Buildings an der 8. Avenue in Midtown Manhattan, sozusagen auf der Rückseite des Times Square, wo die berühmteste Zeitung der Welt über hundert Jahre lang ihren Amtssitz hatte. Der neue Bau, 2007 bezogen, ist mit 318,8 Metern die vierthöchste Kreation der Stadt: Sulzbergers Mannschaften belegen die unteren 26 der 51 Stockwerke, rund 74.300 Quadratmeter.

Turm für 850 Millionen Dollar

Der Turm wurde von der New York Times gemeinsam mit der Immobilienfirma Forest City für 850 Millionen Dollar errichtet, nach einem Plan des allseits als Konstruktions- und Komfortmeister bekannten Architekten Renzo Piano: ein vertikales Arrangement der modernsten technisch-ökologisch-ästhetischen Erkenntnisse und praktisch rundum verglast und von Keramikstäben gegen feindliche Strahlungen geschützt.

Sulzberger trägt ein Oberhemd, das so frisch aussieht, als hätte er es eben aus der Verpackung gerissen, und dazu eine blau gemusterte Krawatte. Möglicherweise trainiert er am Sandsack, denn in den Schultern bewegt er sich rund und leicht, und er hat selbst im Stehen noch so viel Fahrt drauf, dass irgendwie immer eine leichte Brise um ihn weht.

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Volle Kontrolle - Wie die Familie Sulzberger die New York Times beherrscht

  • Das Unternehmen
    Die New York Times Company, die 2010 einen Umsatz von 2,4 Milliarden Dollar und einen Betriebsgewinn von 234 Millionen Dollar erzielt hat, umfasst im Wesentlichen die "New York Times", den "Boston Globe", die "International Herald Tribune" und 14 Regionalzeitungen, vor allem im Südosten der USA und Kalifornien. Zum Unternehmen gehören zudem die About Group, die Websites betreibt, und ein Anteil an Fenway Sports, dem Besitzer des Baseballteams Boston Red Sox. Die "New York Times" hat eine Auflage von 917.000 Exemplaren (werktags) beziehungsweise 1,34 Millionen (sonntags).
  • Die Aktionäre
    Das Aktienkapital besitzt eine Zwei-Klassen-Struktur: Aktien der A-Klasse werden frei gehandelt, verfügen aber nur über eingeschränktes Stimmrecht. Die Familie Sulzberger kontrolliert knapp 90 Prozent der stimmberechtigten Aktien der nicht gehandelten B-Klasse und bestimmt damit 70 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder. Die Teilung von Stimm- und Kapitalrechten ist nicht unüblich: Washington Post (Familie Graham), News (Murdoch) und Bertelsmann (Mohn) handhaben es ähnlich. Die "New York Times" ist an der Wall Street derzeit rund 720 Millionen Euro wert, vor neun Jahren waren es noch fast 8,2 Milliarden Euro gewesen.
Alle verkaufen weniger - aber im Netz freigebig wie Graf Koks
Zeitung
(Land)
Auflage
2001
Auflage
2011
Gratis-
internet
The Times (GB) 667.000 445.000 ja
Le Monde (F) 406.000 319.000 ja
FT (GB) 452.000 365.000 nein
WSJ (USA) 1.830.000 1.565.000 nein
El País (E) 434.000 361.000 ja
Guardian (GB) 399.000 259.000 ja
NZZ (CH) 170.000 133.000 ja
Le Figaro (F) 367.000 327.000 ja
Wash. Post (USA) 760.000 512.000 ja
Quelle: manager magazin

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