Von Klaus Ahrens
Sein Mantra für die Lenkung der Firma entstammt dem Manager-Neusprech-Wörterbuch: "In Search of Excellence", heißt es, vielleicht ein bisschen vage, aber geschliffen genug.
Auch als Mitglied der Young Global Leaders Community ist er sich die Anglizismen schuldig. Die Vereinigung von um die Zukunft des Planeten besorgten Nachwuchsmanagern ist eine Unterorganisation des World Economic Forum. Der IWC-Chef tritt hier als Vorkämpfer für den Klimaschutz hervor. Zwar sei dies zunächst sein privates Engagement, sagt Kern, aber er glaube, dass auch sein Unternehmen eine Rolle in der Gesellschaft zu spielen habe. "Wir können die Welt nicht retten, aber wir können in unserem Einflussbereich das Bestmögliche tun." Ein großer Anspruch.
Immerhin hat seine Firma beim Neubau nicht nur ein gewaltiges hochmodernes, ökologisch korrektes Heizungs- und Kühlaggregat in Betrieb genommen, das im Keller sanft vor sich hin surrt. IWC unterstützt auch die Charles Darwin Foundation und das Boots-Projekt des jungen David de Rothschild, die sich beide dem Schutz der Galapagos-Inseln verschrieben haben.
Georges Kern tut Gutes und redet auch gern darüber. "Ökologie muss cool werden", sagt er. "Und was nicht ökologisch ist, muss uncool werden." Am Ende aber zähle der wirtschaftliche Erfolg. Kern bleibt da ganz ungerührt. "Wir sind keine grüne Firma, wir sind schlicht verantwortungsbewusst in unserem Handeln und im Umgang mit unseren Ressourcen", erläutert er das Umweltengagement.
"Und wir erzählen dabei spannende Storys: Galapagos etwa - wenn Sie da zwischen Hammerhead-Haien schwimmen, dann ist das sehr männlich, sehr technisch. Es entspricht dem Image unserer Taucheruhr. Und wenn wir versprechen, dass aus dem Umsatz dieser Uhr 500.000 Dollar in die Stiftung fließen, dann ist das eine sinnvolle Geste auch gegenüber unseren Kunden."
Schön und gut. Aber warum bedarf es überhaupt einer solchen Geste? "Reiche Leute", lautet die knappe Antwort von Georges Kern, "haben ein schlechtes Gewissen."