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manager magazin



18.12.2009
 

Social Investing

Smarte Spende

Von Simon Hage

Viele Wohlhabende wollen mit ihrem Geld Gutes tun. Mit ihren Finanzmitteln fördert die neue Generation der Gönner Projekte und Persönlichkeiten, die soziale Probleme unternehmerisch lösen wollen. Die Sozialinvestoren spenden nicht mehr wahllos, sondern achten streng auf Effizienz - und fordern eine soziale Rendite.

Eigentlich ist Stephen Brenninkmeijer eher Geldmagnat als Gutmensch. Jahrelang hat der Erbe und Spross der berühmten C&A-Kaufhausdynastie einen Risikokapitalfonds gelenkt, und das mit großem Geschick: Das Vehikel namens Andromeda umfasste Teile des Familienvermögens, investierte in Entwicklungsländer und warf satte Renditen ab. Vor zwei Jahren machte die Familie erfolgreich Kasse.

Heute leitet der Niederländer ein Unternehmen, das keinerlei Profite abwirft. Jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne. Das Network For Teaching Entrepreneurship (NFTE) will sozial schwachen Jugendlichen unternehmerisches Denken beibringen.

Brenninkmeijer stellt dem Projekt Finanzmittel und Arbeitskraft zur Verfügung. Er betrachtet das Engagement aber weniger als Mildtätigkeit denn als Investment. "Ich arbeite weiterhin wie ein strategischer Finanzinvestor, nur im sozialen Kontext." Geldgeschenke widersprechen seinen Prinzipien. Einziger Unterschied seiner jetzigen Tätigkeit zur gewöhnlichen Vermögensanlage: NFTE bietet keine finanzielle, dafür aber eine soziale Rendite. Bundesweit beteiligten sich bislang 3500 Schüler an dem Programm und lernten zum Beispiel, wie man Businesspläne schreibt.

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Brenninkmeijer ist Teil einer Bewegung, die schon vor Jahren in den USA startete und zunehmend Nachahmer in Europa findet: Sogenannte Social Investors vergeben keine Almosen, sondern fällen Anlageentscheidungen anhand ausgefeilter Kriterien. Sie kontrollieren nicht nur die finanzielle Seriosität, sondern auch gesellschaftliche Effektivität.

Viele wohltätige Vermögende aus Deutschland richten sich bereits nach dieser Lehre. Dazu zählen neben Brenninkmeijer etwa BMW-Großaktionärin Susanne Klatten, der ehemalige Gea-Eigner Otto Happel, SAP-Mitgründer Dietmar Hopp oder Alexander Otto, Spross des gleichnamigen Versandhaus-Clans und Chef der ECE-Gruppe. "Investieren statt Spenden" lautet die Losung der philanthropischen Geldgeber. "Wir wollen niemandem etwas schenken, sondern Starthilfe leisten", so Investor Hopp.

Mit ihren Finanzmitteln fördert die neue Generation der Gönner Projekte und Persönlichkeiten, die Probleme des Sozialsektors auf unternehmerische Art lösen wollen: sogenannte Social Entrepreneurs. Diese Spezies ist hierzulande - verglichen mit den Vereinigten Staaten - noch unterentwickelt. Der Grund: Bislang ist der Markt für gemeinnützige Projekte derart undurchsichtig, dass innovative Konzepte der Masse der Spender verborgen bleiben. Stattdessen flossen die Spenden allzu oft in nutzlose Projekte: "Im gemeinnützigen Sektor wird das Kapital bislang intransparent und ineffizient verteilt", klagt Ann-Kristin Achleitner, Professorin für Entrepreneurial Finance an der TU München.

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