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manager magazin



25.01.2010
 

Wahre Werte

Macht Geld glücklich?

Von Kerstin Theobald

Durch die Finanzkrise haben viele viel verloren: einige Milliarden, andere Millionen. Ein Verlust, der schmerzt. Auf Dauer - oder nur vorübergehend? Doch hängt das Glück überhaupt am Portemonnaie? Erkenntnisse über Lebenszufriedenheit in bescheidenen Zeiten.

Macht Geld glücklich? Wissen müsste das die reichste Ente der Welt: Dagobert Duck. Der "Fantastilliardär" aus Entenhausen lässt selbst Warren Buffett und Bill Gates wie reiche Schlucker aussehen. Doch ist Dagobert auch glücklich? Zweifel sind angebracht. Gewiss, beim morgendlichen Bad in seinem Geldspeicher schwimmt er im Glück.

Freude am Fahren: Ein großer Schlitten macht glücklich - wenn andere kleinere Wagen haben
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Serge Bloch

Freude am Fahren: Ein großer Schlitten macht glücklich - wenn andere kleinere Wagen haben

Für kurze Zeit kann Dagobert die Welt vergessen und auch jene, die nach seinen Talern gieren: allen voran die Panzerknacker. Mediziner würden in seinem Elektroenzephalogramm (EEG) vor allem Alphawellen sehen und in seinem Blut viele Glückshormone finden, Psychologen würden dem Talertauchen eine "integrierende, identitätsstiftende Wirkung auf die gesamte Persönlichkeit" attestieren. Dagobert Duck im Glück, aber nur so lange, bis sein Neffe Donald kommt, wie immer mit leeren Taschen und voller Erwartung. Dagoberts Verlustängste spiegeln sich in seinem EEG wieder, sein Puls rast, der Blutdruck steigt, Adrenalin und Cortisol machen ihn abwehrbereit, und sein Schmerzzentrum im Gehirn arbeitet vorsorglich auf Hochtouren. Doch selbst wenn es Dagobert (wie meist) gelingt, seinen Neffen mit ein paar Kreuzern abzuspeisen - für heute hat das Glück ihn verlassen.

Glück - Was ist das?

Das mittelhochdeutsche "gelücke" bezeichnete, wie etwas (gut) ausgeht. Daraus wurde dann unser Wort "Glück". Es unterscheidet allerdings nicht zwischen Glück haben, einen Glücksmoment erleben und dauerhaftem Glück. Viele andere Sprachen differenzieren da: Die Römer kannten fortuna, felicitas und beatitudo, die Engländer kennen luck, pleasure und happiness, und die Finnen hoffen auf onni, tyytyväisyys und hyväntuulisuus.

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Nicht jeder kennt den Unterschied: Der Lyderkönig Krösus etwa hielt sich aufgrund seines sprichwörtlichen Reichtums für den glücklichsten Menschen auf Erden und wollte sich das von Solon, einem der sieben Weisen, bestätigen lassen. Doch all die Reichtümer in Krösus' Schatzkammern veranlassten Solon nur zu dem Kommentar, niemand dürfte sich vor dem Tode glücklich preisen. Der selbstgefällige Krösus hielt die weisen Worte für das törichte Geschwätz eines alten Mannes. Das Schicksal sollte ihn dann eines Besseren belehren.

Zuständig für das Glück fühlen sich seit 2500 Jahren die Philosophen. Für Platon war es die Teilhabe am "Agathon und Kalogathia", für Aristoteles "Tugend und Tüchtigkeit" und für Epikur "seelische Unerschütterlichkeit und körperliche Gesundheit". Mit dem Christentum wurde dann Gott zum Glücksbringer: etwa bei Augustinus ("Glück ist Gott haben") oder 850 Jahre später bei Thomas von Aquin ("Glück ist, die Gebote Gottes zu halten"). In der Renaissance war dann wieder der Mensch "seines Glückes Schmied": Aus "faber est suae quisque fortunae" des römischen Konsuls Appius Claudius Caecus machte der italienische Humanist Pico della Mirandola: "Das Glück des Menschen liegt in ihm selbst begründet."

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