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09.02.2010
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Hotels

"Vier statt fünf Sterne"

Von Klaus Ahrens

2. Teil: "Lichtjahre voraus"

mm: Und was erst einmal eingespart ist, wird nicht wieder reaktiviert.

Weiland: Ja, aber meine Hoffnung ist, dass der Geschäftsmann auch künftig reisen muss, man kann nicht alles über Conference-Calling machen.

  Diskreter Macher       Willy Weiland,  1947 im niedersächsischen Fallingbostel geboren und 40 Jahre im Gastgewerbe, ist seit 1991 Chef des "Intercontinental"-Hotels in Berlin, seit 2007 Vice President of Operations der Kette. Die Branche schätzt ihn wegen seiner zurückhaltenden Professionalität.
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Alex Trebus

Diskreter Macher

Willy Weiland, 1947 im niedersächsischen Fallingbostel geboren und 40 Jahre im Gastgewerbe, ist seit 1991 Chef des "Intercontinental"-Hotels in Berlin, seit 2007 Vice President of Operations der Kette. Die Branche schätzt ihn wegen seiner zurückhaltenden Professionalität.

mm: Sie haben unlängst den Fünf-Sterne-Status für Ihr Haus abgelegt. Warum das?

Weiland: Nicht nur für unser Haus, sondern auch für die übrigen Häuser in Deutschland, mit Ausnahme des "Berchtesgaden Resort". Dabei geht es um den sogenannten Pharmakodex. Der besagt, dass Pharmaunternehmen zur Einführung von Produkten keine Konferenzen für Ärzte in Luxushotels abhalten sollen. Unsere Hotels verstehen sich als Business-Hotels und stehen für gute Leistung, unabhängig von einer Klassifizierung.

mm: Um die Pharmaleute nicht zu verlieren?

Weiland: Ich will, bei Gott, die Klassifizierung nicht schlechtreden. Und wir haben deswegen auch keinen Umsatzverlust. Im Gegenteil.

mm: Kritiker haben für Berlin schon lange gewarnt, dass zu viele Kapazitäten entstanden seien. Es ist aber trotzdem fröhlich weiter investiert worden.

Weiland: Im Augenblick ist, Gott sei Dank, der Fünf-Sterne-Bereich etwas zur Ruhe gekommen. Es wird noch das "Waldorf Astoria" gebaut, wir kommen dann 2011 auf insgesamt rund 115.000 Betten in dieser Stadt, das ist sehr viel. Kann Berlin das vertragen? Im Augenblick eher nicht.

mm: Das betrifft nicht nur Berlin. Zurzeit werden weltweit täglich 40 Luxushotels eröffnet - wie kann das gut gehen?

Weiland: Diese Finanzkrise wird die eine oder andere Entwicklung erst einmal stoppen. Wir sehen das auch in Berlin und generell in Deutschland.

mm: Wird die Krise die Luxushotellerie auch positiv verändern und voranbringen?

Weiland: Für Zukunftsvisionen ist derzeit nicht viel Raum. Die Hotels im Fünf-Sterne-Bereich aber, denen der Spagat gelingt, in dieser Krise ihren Standard zu halten, werden den Bonus des Gastes mitnehmen in die Zukunft.

mm: Wie geht es einem Spitzenhotelier im roten Berlin?

Weiland: Als Klaus Wowereit an die Regierung kam, haben wir ihm in einem Gespräch unsere Wünsche dargelegt. Der runde Tisch zum Tourismus wurde installiert, um Dinge zu bewegen. Und er hat schnell erkannt, wie wichtig dieses Thema ist. Im Vergleich zu anderen Städten in Deutschland sind wir in der Vermarktung hier Lichtjahre voraus.

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