03.09.2009
Twitter GooglePlus Facebook

Daimler

Cash oder Crash

Von Michael Freitag

Würde Daimler weiterhin so viel Cash verbrennen wie im Jahr 2008, stünde Deutschlands stolzestes Automobilunternehmen spätestens 2011 vor dem Aus. Dieter Zetsche hat dem Konzern ein brutales Sparprogramm verordnet. Doch reicht das, um die Zukunft zu sichern?

Jeden Tag um die Mittagszeit trifft sich im schwäbischen Sindelfingen eine kleine Gruppe von Männern. Mercedes-Werksleiter Eberhard Haller (57) ruft seine wichtigsten Leute zum Cashflow-Meeting. Produktion, Absatz, Einkauf, Liquidität: Die Truppe analysiert, wie es um das Mercedes-Werk in Sindelfingen bestellt ist und wo sie noch sparen kann.

Das tägliche Krisentreffen um Highnoon zeigt, wie ernst die Situation bei Daimler Chart zeigen ist. Neun Milliarden Euro Cash hat der Konzern 2008 verbrannt. Setzt sich das so fort, steht Deutschlands stolzestes Automobilunternehmen spätestens 2011 vor dem Aus.

"Es geht ums nackte Überleben", sagt ein Aufsichtsrat. Das sei für den Rest der Branche freilich genauso, schiebt der Kontrolleur rasch nach. Aber - und das ist neu - es gilt eben auch für Daimler. So groß ist die Not, dass Bargeld plötzlich wichtiger ist als Gewinn oder Verlust.

Rainer Schmückle (49), als stellvertretender Mercedes-Chef für das Tagesgeschäft verantwortlich, hat der Automobilsparte im März deshalb ein besonders drastisches Sparmodell verordnet. Die Mercedes-Leute kürzen nicht länger die Etats um 5, 10 oder 15 Prozent. Sie fegen die alten Pläne gleich ganz beiseite und beginnen wieder bei null: Was brauche ich wirklich? Wofür muss ich unbedingt Geld ausgeben? Im Zweifel entscheidet Schmückle selbst.

Das neue manager magazin

Titel
Die Jagd auf Wiedeking
Der Ex-Porsche-Chef in den Fängen der Justiz

Der Mann ist so etwas wie Daimlers ADAC-Helfer. Tat sich in der Vergangenheit ein Milliardenloch auf irgendwo im automobilen Weltreich, wurde regelmäßig Schmückle eingeflogen.

Er sanierte bei der früheren Bahntechnik-Tochter Adtranz, er bewahrte den amerikanischen Lkw-Bauer Freightliner vor dem Untergang, er holte Mercedes aus den roten Zahlen. Als Chrysler Ende 2006 immer tiefer abrutschte, sollte er nebenbei auch noch die Amerikaner retten. Dieses eine Mal kam er zu spät. Der Notverkauf war nicht mehr zu verhindern.

Jetzt ist Schmückle wieder gefragt. Eigentlich müssten sie den Mann klonen, so sehr brennt es im Konzern. Im ersten Halbjahr betrug das Minus bei Mercedes knapp 1,5 Milliarden Euro. Bei Lkw und Transportern sind die Aufträge gegenüber dem vergangenen Jahr um mehr als 50 Prozent eingebrochen.

Konzernchef Dieter Zetsche (56) hat das Unternehmen zum Notfall erklärt, zumindest intern. Es ist kein Zufall, dass Truck-Vorstand Andreas Renschler (51) die Mercedes-Lkw mittels "Emergency"-Programm zurück in die Spur bringen will.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live











Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken