Donnerstag, 9. Februar 2012, 01:42 Uhr

manager magazin



29.09.2009
 

Unternehmensberater

Hai Potentials

Von Dietmar Student

Die Zunft der Berater ringt so hart wie noch nie um die Gunst der Kunden. Aber was taugen die Consultants im Urteil ihrer Klienten? Krisenhelfer oder Abkassierer - der exklusive Qualitätscheck für McKinsey, Berger und Co.

Er zieht die voll gepackte schwarze Businesstasche mit lockerer Hand durch die Abflughalle des Frankfurter Flughafens. Bernd Brunke (38), ein kräftiger, kompakter Kerl, der - so viel Ehrlichkeit muss sein - etwas älter aussieht, als er ist, will zurück nach Berlin. Er hat noch einige Minuten für ein paar schnelle Worte.

Gestern Hannover, heute Frankfurt, morgen Hamburg - der Mann hetzt derzeit nur so durch die malade Republik ("So etwas habe ich noch nicht erlebt"), was seinem Miles&More-Konto gut bekommt, seinem Blutdruck weniger. "Ruhe in die Situation bringen" müsse er doch bei seinen Kunden, die sind ja so schon nervös genug. Ein schweres Unterfangen für einen, den ein chronisches Umherstreifen erfasst hat mit manchmal drei Krisensitzungen bei drei verschiedenen Firmen an nur einem Tag.

Dabei ist er gern zu Hause. In Berlin ist er geboren, in Berlin hat er studiert (Elektrotechnik), in Berlin fing er bei der Unternehmensberatung Roland Berger an. Und blieb. Seit einem Jahr steht er dort der Abteilung Corporate Performance vor, deren Hauptbetätigungsfeld in diesen wilden Zeiten das Restrukturieren von Unternehmen ist.

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Die Jagd auf Wiedeking
Der Ex-Porsche-Chef in den Fängen der Justiz

Wie kürze ich Kosten, wie halte ich mein Geld beisammen, wie überstehe ich die nächsten Kreditverhandlungen, wie optimiere ich Preise und Einkauf - das Geschäft mit der intelligenten Sanierung von Firmen erblüht wie wohl noch nie in der Geschichte der Zunft.

Sogar die Altgedienten werden reaktiviert. Erfahrene Kräfte wie Karl Kraus (55), den die Branche ob seiner Durchschlagskraft ehrfürchtig und schreckensbleich nur "die Machete" nennt. Kraus hat schon bei den Klassikern Philipp Holzmann und Babcock am Krankenbett gestanden.

Seit jenen seligen Zeiten gilt Roland Berger vielen als erste Adresse, falls es Firmen schlecht geht. Das dichte Netzwerk mit Großbanken und Großpolitikern hilft bei der Akquise. Zudem hat Berger-Chef Burkhard Schwenker (51) es glänzend verstanden, die richtige Mannschaft aufzustellen, hemdsärmelige Umkrempler und analytisch begabte Nachdenker so zu kombinieren, dass die Mischung den aktuellen Kundenbedürfnissen entspricht.

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