Von Jürgen Kluge
Weibliche Führungskräfte können entscheidend dazu beitragen, dass Unternehmen und die Wirtschaft als Ganzes gestärkt aus der Krise hervorgehen. Also, liebe Kollegen, lassen Sie mehr Frauen ran!
Manch unzerstörbar scheinende Bastion hat die Wirtschaftskrise bereits eingerissen, und ihre eruptive Kraft ist noch nicht erschöpft. Unabhängig davon, wie lange die aktuelle Krise noch dauert - sie sorgt schon jetzt dafür, dass bei zahlreichen Unternehmen in den betroffenen Industrien kein Stein auf dem anderen bleibt.
Doch Eruptionen haben zuweilen auch ihr Gutes. Geben sie doch Gelegenheit, neu darüber nachzudenken, welche Qualitäten Führungskräfte besitzen müssen, um den notwendigen Wiederaufbau erfolgreich zu meistern. Die empirische Basis dazu liefert eine weltweite Studie von McKinsey. Unternehmen sollten danach verstärkt auf Frauen setzen.
Denn weibliche Führungskräfte können entscheidend dazu beitragen, dass Unternehmen und die Wirtschaft als Ganzes gestärkt aus der Krise hervorgehen. Mehr noch: Ein höherer Frauenanteil im Management steigert den Unternehmenserfolg. Frauen in Führungspositionen üben einen positiven Einfluss auf das Arbeitsumfeld und Wertesystem eines Unternehmens aus und geben Mitarbeitern Orientierung. Das tut nicht nur dem Arbeitsklima gut, es schlägt sich auch messbar im Unternehmensergebnis nieder: Gemessen am jeweiligen Branchendurchschnitt, erreichen Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil in der Führung ein um fast die Hälfte höheres Betriebsergebnis.
Was machen Frauen anders? Auf einen Nenner gebracht: Sie legen ein Führungsverhalten an den Tag, das sich als besonders effektiv erweist bei der Bewältigung von ökonomischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Vier der von Frauen bevorzugten Führungspraktiken kommen Unternehmen besonders zugute: "Mitarbeiterentwicklung", "Inspiration", "Mitbestimmung" und "Erwartungen und Belohnungen".
Die von Männern favorisierten Führungspraktiken "Kontrolle und Korrekturmaßnahmen" und "individualistische Entscheidungen" rangieren dagegen am unteren Ende der Effektivitätsskala und sind daher wenig geeignet, den Unternehmenserfolg zu steigern. Die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt denn auch mehr als deutlich, dass diese weitverbreiteten Führungsmethoden keine Erfolgsgaranten (mehr) sind. Kontrollverluste sind an der Tagesordnung, und die gestiegene Komplexität macht es für einsame Entscheider immer schwieriger, den Überblick zu behalten.
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