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11.09.2008
 

Finanzmärkte

Wann platzt die nächste Blase?

Von Patricia Döhle und Simon Hage

Der steile Anstieg und der aktuelle Absturz des Ölpreises zeigen: Kaum eine Anlagekategorie bleibt heute noch von massiven Übertreibungen verschont. Die Mechanismen hinter solchen Blasen können Angst machen - bergen aber auch enorme Chancen für Investoren, die sie durchschauen.

Der Anruf kam überraschend für Markus Brunnermeier. Der junge Wirtschaftsprofessor an der US-Eliteuniversität Princeton hatte eine der schillerndsten Figuren der Finanzwelt an der Strippe: George Soros, (77) Spekulant und Multimilliardär, lud zum Vieraugengespräch in seine Privatresidenz.

An einem sonnigen Spätfrühlingstag setzte sich Brunnermeier (39) in sein Auto und fuhr nach Upstate New York. Soros ließ zum Mittagessen Fisch servieren und suchte Rat: Warum laufen die Anlagemärkte - egal ob Aktien, Immobilien oder Rohstoffe - immer wieder derart heiß, dass auf dem Siedepunkt Milliardenvermögen verpuffen? Was ist das Geheimnis der sogenannten Spekulationsblasen?

Soros hat sich verspekuliert, als die ganze Welt Ende des 20. Jahrhunderts wie verrückt Technologieaktien kaufte. Seither sucht er nach der richtigen Strategie, mit Blasen umzugehen.

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Bislang war es nicht leicht für den Hedgefondsmanager, adäquate Gesprächspartner zu finden: Schulbuchökonomen leugnen Blasen gern, glauben bis heute, Märkte funktionierten immer effizient. Die Annahme: Vernünftige Anleger verhindern Übertreibungen rechtzeitig; sie verkaufen ihre Papiere, wenn der zugrunde liegende Wert die Kurssteigerungen nicht mehr rechtfertigt.

Brunnermeier zählt zu einer neuen Forschergeneration, die anders denkt. Seine verblüffende Erkenntnis: "Sich von Blasen fernzuhalten kann für Investoren gefährlicher sein, als an ihnen teilzunehmen."

Soros ist nicht der Erste, den solch unkonventionelle Ansätze überzeugen. Vor neun Jahren traf Brunnermeier einen bärtigen Professor mit Halbglatze zum Vorstellungsgespräch. Der damalige Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Princeton suchte nach internationalen Topforschern. Sein Name: Ben Bernanke, inzwischen Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Bernanke war überzeugt von Brunnermeier, der in Regensburg, Nashville, Bonn und London studiert hatte. Der blonde Anglo-Bayer wurde engagiert.

Regelmäßig wird Brunnermeier nun zu Roundtables der Fed eingeladen, um mit US-Spitzenbankern und Topökonomen aktuelle Risiken zu analysieren.

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