02.09.2008
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Maxdata

Programmierte Pleite

Von Ursula Schwarzer

2. Teil: Die entscheidenden Fehler

Die entscheidenden Fehler

Damit nicht genug. Lampatz trieb auch die Auslandsexpansion voran. In allen bedeutenden europäischen Nachbarländern entstanden Niederlassungen, die beachtliche Kosten verursachen, aber nur überschaubare Gewinne oder gar Verluste einbrachten.

Maxdata im Abwärtssog: Aktienkurs und Umsatz seit Börsengang
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manager magazin

Maxdata im Abwärtssog: Aktienkurs und Umsatz seit Börsengang

Fast alles, was der Entrepreneur nach 1999 anfasste, geriet zum Debakel. Eine E-Business-Plattform floppte, Beteiligungen an Internetfirmen erwiesen sich als Geldvernichtung. Vor allem aber übersah Lampatz, dass sein altes Geschäftsmodell nicht mehr trug: Maxdata verkaufte ausschließlich individuell gefertigte Computer und Monitore für Unternehmenskunden. Um den Absatz wirklich zu steigern, hätten auch Privatkonsumenten bedient werden müssen.

Aber erst ab September 2007, gut zweieinhalb Jahre nachdem sich Lampatz aus der operativen Verantwortung zurückgezogen hatte, verfügten seine Nachfolger über Geräte für die neue Klientel. Da allerdings war es schon zu spät. Denn CEO Stiegler hatte es versäumt, rechtzeitig die entsprechenden Vertriebskanäle zu erschließen. So stellte etwa Media Markt nur ein paar wenige Maxdata-Monitore in die Regale.

Hinzu kam, dass die Fachhändler, über die Maxdata seine Business-Kunden beliefert, über unverkäufliche, weil am Geschmack der Kunden vorbei entwickelte Notebooks klagten. Außerdem führten Fehler im Einkauf zu Lieferengpässen bei Monitoren aus China.

Insolvenzverwalter Winfried Andres soll nun retten, was kaum noch zu retten ist. Bei seinen Sanierungsbemühungen steht ihm ausgerechnet die Essener Unternehmensberatung Trecon zur Seite. Die versucht schon seit Jahren, Maxdata auf Vordermann zu bringen - vergeblich.

Produktion im Werk Würselen wird eingestellt

Ende August sprang auch der taiwanesische Computerbauer Quanmax, der als möglicher Käufer gehandelt worden war, wieder ab. Quanmax hatte erst im August die Mehrheit an dem österreichischen Computerhändler Gericom übernommen. Andres musste einen großen Teil der Maxdata-Belegschaft freistellen, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden.

Rund 200 Mitarbeiter am Standort Würselen wurden daraufhin zum 1. September in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft überführt. Das Werk in Würselen, das seit Mai 2007 den Namen Manulogs Manufacturing and Logistic Serices GmbH trägt, ist das einzige Produktionswerk innerhalb der Maxdata Gruppe. Nun verbleiben nur noch etwa 100 Mitarbeiter am Heimatstandort Marl, die sich überwiegend um Vertrieb und Service kümmern.

Das Produktionsvolumen für andere Kunden sei gering und wäre für eine dauerhafte Fortführung des Werks in Würselen nicht ausreichend, sagte Maxdata-Vorstand Ralf Coenen am Dienstag auf Nachfrage von manager-magazin.de. Während der nächsten Wochen werde die Produktion mit einer kleinen Kernmannschaft fortgesetzt.

Insolvenzverwalter Andres bemüht sich unterdessen darum, doch noch Investoren zu finden. Es gebe Gespräche mit weiteren möglichen Interessenten, heißt es. Doch die dürften weniger an dem Werk in Würselen interessiert sein als vielmehr an den bekannten Markennamen Maxdata und Belinea. Ziel der Investorengespräche ist es daher, das Geschäft zumindest am Standort Marl aufrechtzuerhalten.

Die Hauptlast des Desasters trägt Aufsichtsratschef Siegfried Kaske (57). Er leitete einst die Divaco, in die der Handelskonzern Metro 1998 seine nicht zum Kerngeschäft gehörenden Beteiligungen eingebracht hatte - darunter auch Maxdata-Anteile (47,7 Prozent). 2003 kaufte Kaske die Divaco für einen Euro; 2007 erwarb seine Frau Sonja weitere 22,9 Prozent der Maxdata-Papiere Chart zeigen.

Aufseher Kaske, der 2007 auch Maxdata-Vorstand war, hätte wohl auf das Vermögen seiner Gattin besser aufpassen sollen. Ihre Aktien, für die sie knapp elf Millionen Euro an Vorbesitzer Lampatz zahlte, sind jetzt keine drei Millionen Euro mehr wert.

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