Dem Unternehmernachwuchs macht Claas Daun einen überraschenden Vorschlag: "Für junge Leute, die etwas aufbauen wollen, ist Südafrika das richtige Land", sagt der niedersächsische Unternehmer, "da gelingt es viel leichter als im saturierten Deutschland." Mit seinem Faible für das Land am Kap steht Daun bei Weitem nicht allein.
Ungeachtet aller Schreckensmeldungen in den Medien, die von der alltäglichen Gewalt bis zum Exodus der Elite ein düsteres Bild von Südafrika zeichnen, zieht es gerade viele deutsche Unternehmer und Manager immer wieder in das europäischste Land Afrikas.
Denn trotz aller Negativmeldungen wächst die größte Volkswirtschaft Afrikas mit stattlichen Raten, in den Jahren 2006 und 2007 waren es jeweils um die 5 Prozent. In Scharen landen deutsche Business-Reisende in Johannesburg und Kapstadt. Die meisten von ihnen starten etwas ratlos in das afrikanische Abenteuer: Gelten im Land, quasi als koloniales Erbe, die angelsächsischen Benimmregeln? Wie macht sich das afrikanische Element bemerkbar? Gibt es schwarze Empfindlichkeiten, mit denen Europäer nicht rechnen? Und wie geht man mit dem prekären Sicherheitsproblem um?
"Das Land leidet unter den punktuell auftretenden schrecklichen Ereignissen", sagt Claas Daun, "das prägt das Bild, obwohl die Kriminalitätsrate in den vergangenen Jahren nicht gestiegen ist."
Die Zahlen sind erschreckend genug: 2006 gab es in Südafrika 18.528 Morde, 54.926 Vergewaltigungen, 119.726 bewaffnete Raubüberfälle. Die meiste Gewalt trifft die Armen in den Townships, immer wieder geraten aber auch Besucher in die Schusslinie: Weltweite Schlagzeilen machte etwa der Raubmord an dem österreichischen Sportmanager Peter Burg-Staller beim Besuch einer Fifa-Delegation 2007.