01.07.2008
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Business-Knigge China

Was tun bei Peng?

Von Michael Gatermann

Wer in China Geschäfte macht, hat jede Menge Gelegenheiten, seine lokalen Partner zu brüskieren: Rituale regeln hier alle Kontakte. Ratschläge für richtiges Verhalten gibt es viele – doch welche gelten tatsächlich? manager magazin sprach mit Praktikern.

Nach dem offiziellen Meeting: Man unterhält sich, einer erzählt vom Tod eines gemeinsamen Bekannten - und sein chinesischer Gesprächspartner bricht in Lachen aus. "Diese Reaktionen irritieren mich bis heute", sagt Jörg Wuttke, Repräsentant von BASF in China, "dabei weiß ich doch, dass es Verlegenheit ist und der ehrliche Versuch, eine peinliche Situation zu entschärfen."

Globalisierung hin oder her: Die Menschen in China bleiben uns in vielen Situationen fremd. Hier regieren die Kommunisten, doch im Land herrscht lupenreine Marktwirtschaft, die Partei verordnet "Reich werden ist glorreich." Chinesen ehren das Alter und achten die Autoritäten, doch Gesetze nehmen sie nur als Angebote wahr - wie Westler, die sich im Straßenverkehr auf rote Ampeln verlassen, oft leidvoll erfahren.

Im Restaurant essen, trinken, rauchen, schlürfen, schmatzen Chinesen, für empfindsame Europäer klingt's oft unappetitlich - und sind selbst aufs Äußerste angewidert, wenn eine Langnase sich schnäuzt und anschließend das Taschentuch in die Hose steckt. Die Nase putzt sich der Chinese von Welt nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit, am besten auf der Toilette.

Wie tief muss die Verbeugung bei der Begrüßung ausfallen, muss ich tatsächlich jedes Mal mein Glas auf ex leeren, wenn bei Tisch der gefürchtete Ruf "Gan bei" ("trockenes Glas") erklingt? Und wie diplomatisch muss ich die Ablehnung verpacken, damit der chinesische Partner sich nicht brüskiert fühlt und sein Gesicht verliert? Benimmführer durch die fremde Welt von Maos Erben gibt es zuhauf, doch welche Regeln gelten für Westler wirklich im Wirtschaftsalltag?

Nicht jede Anpassung an die lokalen Sitten kommt gut an. "Am meisten irritiert es die Menschen hier, wenn ein Deutscher versucht, sich wie ein klassischer Chinese zu verhalten", hat Jörg Wuttke erlebt, wenn Europäer sich die Konfliktscheu der Chinesen zu eigen machten und im Streben nach Harmonie den eigenen Standpunkt nicht deutlich vertraten. "Unakzeptabel ist offene Wut oder gar eine Drohung", weiß der in Peking lebende BASF-Mann, der schon 1982 zum ersten Mal nach China kam, "aber von uns Deutschen erwarten die Chinesen klare Ansagen."

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