Von Michael Freitag und Dietmar Student
Für den motivierten Kern des Clans ergäben sich dann sogar interessante Berufsperspektiven. Die Porsche SE ist bekanntlich auf Wachstum angelegt. Und das Managementverbot müsse ja nicht ewig gelten. Man könne schon mal darüber nachdenken, findet Wolfgang Porsche, dass "in der nächsten oder übernächsten Generation der eine Herrscher dieses, der andere Chef jenes Unternehmens wird".
Das Vermögen, da sind sich die Porsches und Piëchs einig, muss auf jeden Fall in der Familie bleiben, geschützt werden auch vor dem Zugriff des Staates. Längst hat Wolfgang Porsche seine Porsche-Anteile von rund 12 Prozent (Wert: circa 1,3 Milliarden Euro), die er mit den Anteilen seines Bruders Hans-Peter gebündelt hat, in eine österreichische Privatstiftung eingebracht - Erbschaftsteuer: null.
Er hat nun mal einen Hang zum Geld, das zu mehren ihm Freude bereitet wie sonst nur ein waidmännisch korrekter Blattschuss. Er sieht sich als "schwäbischer Österreicher", weil er in Stuttgart geboren und im Salzburger Land aufgewachsen ist. Falls einer diesen Menschenschlag als Melange aus Sparsamkeit und Lebenslust definierte, ja, dann hätte er nichts einzuwenden.
Das Beschwingte - so sehen es viele, die ihn näher kennen - ist neuerdings einer kühlen Ernsthaftigkeit gewichen. Die Gesichtszüge sind nicht mehr so rund wie früher. Das mag der Aufgabenfülle geschuldet sein. Die Mission prägt den Menschen, glauben Porsche-Philosophen: "Wenn man einem aus der Sippe eine schwierige Aufgabe gibt, dann reißt er sich zusammen und marschiert, als hätte er eine Duracell-Batterie auf dem Rücken."
Früher, da war er Teil der Münchener Society. Seine Frau Susanne, von der er mittlerweile getrennt lebt, besitzt eine TV-Firma, hat etwa für RTL eine Serie mit dem Titel "Arme Millionäre" produziert. Kaum eine Filmparty ohne sie. Wolfgang ging dann halt mit. Auf solchen Events, erzählen Medienschaffende, sei er oft "stumm präsent". Soll heißen: Er braucht nicht viel zu sagen; die Leute scharen sich auch so um ihn.
In tiefster Seele ist er doch ein zurückhaltender, erdverwachsener Typ. Mit dem Ausspruch, der in keiner Porsche-Geschichte fehlt ("Ich liebe Sauen"), bekannte er sich zur Jagdleidenschaft - jede Wette, die Sauen mögen auch ihn.