Von Dietmar Palan
Döpfner selbst fühlt sich leistungsgerecht bezahlt, weil sich der variable Teil seines Gehalts nicht an den Resultaten des Gesamtkonzerns, sondern am Ergebnis des operativen Geschäfts orientiert.
Verluste sind für Jochen Zeitz (45) seit Jahren ein Fremdwort, dennoch ist der Puma-Chef der deutsche Konzernchef, der vergangenes Jahr die größten Einkommenseinbußen hinnehmen musste. Statt auf 12,3 Millionen kam er auf nur noch 7,2 Millionen Euro. Das Minus von 5,1 Millionen ist das späte Resultat eines Aufstands aufmüpfiger Aktionäre. Die hatten dem Management auf der Hauptversammlung 2005 die Zustimmung zu einem großzügig dimensionierten Optionsprogramm verweigert.
Das Problem hat der Puma-Chef inzwischen elegant gelöst: Er suchte sich einen neuen Großaktionär. Seit Frühjahr vergangenen Jahres kontrolliert mit François Pinault, dem Chef des französischen Konsumgüterkonzerns PPR, ein alter Zeitz-Bekannter die Mehrheit der Puma-Aktien.
Prompt ging das zuvor durchgefallene Paket in leicht modifizierter Form und deutlich großzügiger ausgestattet ohne nennenswerten Widerspruch durch die Hauptversammlung. Die Neuauflage wird Zeitz für den Ausfall des Jahres 2007 reichlich entschädigen. Die neuen Bezugsrechte sind werthaltiger, ihre Anzahl wurde um insgesamt knapp ein Drittel erhöht und der Anteil der für den Vorstand reservierten Bezugsrechte um 25 Prozentpunkte aufgestockt.
In Euro und Cent gerechnet, ist das Programm eine Art Börsen-Jackpot: Bezugsrechte im Wert von über 80 Millionen Euro stehen Zeitz und seinen Vorstandskollegen nach Berechnungen der mm-Gehaltsexperten bis Ende 2013 zu. Immer vorausgesetzt, sie steigern den Wert der Puma-Aktien
bis dahin um jährlich 20 Prozent.
Wie viel Zeitz in diesem Fall selbst überwiesen bekommt, darüber muss er nicht mehr öffentlich Rechenschaft ablegen. Seit der Hauptversammlung 2008 ist der Einzelausweis der Vorstandsgehälter im Puma-Geschäftsbericht abgeschafft.