Von Dietmar Palan
Seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten steht die Formel nun unverändert fest. Und sie hat Wendelin Wiedeking (55) zu einem der bestbezahlten Manager Europas gemacht.
Vor seinem Amtsantritt im Herbst 1992 hatte sich der Porsche-Chef ein für damalige Verhältnisse reichlich ungewöhnliches Vergütungspaket in seinen Arbeitsvertrag hineinschreiben lassen. Er verzichtete auf ein üppiges Fixgehalt und koppelte seine Bezüge an den Firmenerfolg - geschätzte 0,9 Prozent der Konzerngewinne sollen ihm danach zustehen.
Schon in der Zeit als Porsche
sein Geld noch ausschließlich mit dem Bau schneller Autos verdiente, dürfte Wiedeking bis zu 15 Millionen Euro mit nach Hause genommen haben - mehr als Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (60), der seit einem halben Jahrzehnt als bestbezahlter Chef im Dax
gilt.
In die Sphären von US-Firmenlenkern katapultierte die Formel den Porsche-Chef aber erst, als die Sportwagenfirma damit begann, sich über die Terminmärkte große Aktienpakete des Volkswagen-Konzerns zu sichern.
Der daraufhin einsetzende Höhenflug der VW-Aktie
ließ Porsche im Jahr 2007 wie einen Hedgefonds mit angehängter Autoproduktion erscheinen.
An der Grenze von sechs Milliarden lag der Gewinn des Jahres 2007, auf 72 Millionen Euro dürfte sich Wiedekings Salär belaufen haben. Zwei Drittel von Ertrag und Chefgehalt sind dabei auf die Finanzmarkttransaktionen und nur ein Drittel ist auf das eigentliche Kerngeschäft zurückzuführen.
Wiedekings Gehaltsabrechnung zeigt also in extremer Form, wie groß der Einfluss der Börse auf die Gehälter der Konzernchefs inzwischen auch in Deutschland geworden ist.
Sollten sich die Spekulationen bezüglich eines Porsche-Gewinns im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von rund elf Milliarden Euro bestätigen, dürfte Wiedeking sogar die Schallmauer von 100 Millionen Euro Jahresgehalt durchbrechen.
© manager magazin 6/2008
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