Die Firma: ATU
Der Investor: KKR
Die Blase: Der Preis schien überhöht: 1,45 Milliarden Euro zahlte Firmenhändler KKR 2004 für die Werkstattkette ATU, doppelt so viel wie Vorbesitzer Doughty Hanson 2002. Aber das Geschäft lief gut; die Firma konnte die 120 Millionen Euro Zins und Tilgung pro Jahr zahlen.
Notwendige Investitionen jedoch, zum Beispiel für Mitarbeiterqualifikation sowie Diagnosecenter für Autoelektronik, lehnten die KKR-Entscheider ab. Ein Argument geriet zum Klassiker: Wer weiß, ob wir noch an Bord sind, wenn sich die Investitionen auszahlen?
Der Knall: Als der Schnee ausblieb, kamen die Probleme. Die Autofahrer kauften keine Winterreifen, es mangelte an Reparaturfällen. 2007 verdiente ATU nur 105 Millionen Euro vor Zinsen und Abschreibungen - zu wenig, um die Schulden zu bedienen. Die Banken drohten mit Kündigung der Kredite.
Die Folge: KKR schrieb 80 Prozent des Investments ab, von gut 400 Millionen Euro Eigenkapital blieben nur gut 80 Millionen. Zudem schießen KKR und Minderheitseigner Doughty Hanson 140 Millionen Euro nach, um die Bilanz geradezurücken.
© manager magazin 4/2008
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