Von Klaus Werle
Gute Analytiker, schlechte Lerner
Stärken und Schwächen deutscher Manager im Vergleich
Die Personalberatung Heidrick & Struggles hat vier Typen von Managern identifiziert, bei denen bestimmte Kernkompetenzen besonders ausgeprägt sind: den Lerner, den Denker, den Ausführer und den Visionär. Die Grafik zeigt, welcher Typus bei ausgewählten Nationalitäten besonders häufig ist.
"In Analyse und Ausführung nutzen Manager weltweit mittlerweile sehr ähnliche Methoden", sagt Thomas Kell, Leiter der Audit-Praxis bei Heidrick & Struggles. "Einen echten Wettbewerbsvorteil wird man künftig vor allem mit der Lernkompetenz erringen."
Auffällig und gefährlich sei, dass Lernen in deutschen Unternehmen, anders als in den meisten Ländern, meist noch nicht einmal als wichtige Fähigkeit erkannt werde. Entsprechend ist dieser Typus unter deutschen Managern schwach vertreten: "Man brodelt zu sehr im eigenen Saft."
Noch schlechter schneiden nur die Amerikaner ab. "Sie glauben es sich leisten zu können, sich auf ihren großen Binnenmarkt zu beschränken. Nicht umsonst ist der Lerner in kleineren Ländern wie Großbritannien oder der Schweiz häufiger." Dass die Visionäre unter deutschen Führungskräften überdurchschnittlich stark vertreten sind, führt Kell auf "die große Bedeutung des Mittelstands" zurück. "In deutschen Konzernen dürfte dieser Managertypus eher weniger zu finden sein."
© manager magazin 4/2008
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