15.05.2008
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ProSiebenSat.1

TV fatal

Von Klaus Boldt und Michael Freitag

9. Teil: "Kriegen die Sender bald umsonst"

Das frühere Schmuckstück des hiesigen Privatfernsehens hat alle Stadien des Bedeutungsverlustes durchmessen, zuletzt eine Reihe von Flops produziert, 180 Mitarbeiter entlassen und einige Sendungen gleich ganz aus dem Programm katapultiert.

Große Erwartungen: P7S1-Lenker de Posch mit dem neuen Sat.1-Gechäftsführer Torsten Rossmann (l.), der zuvor den hauseigenen Sender N24 dirigiert hat
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DDP

Große Erwartungen: P7S1-Lenker de Posch mit dem neuen Sat.1-Gechäftsführer Torsten Rossmann (l.), der zuvor den hauseigenen Sender N24 dirigiert hat

Seit der Quotenhit "Verliebt in Berlin" nicht mehr läuft, haben den Hauptstadtsender das Glück und Teile seines Publikums verlassen.

Große Hoffnungen setzt de Posch in den neuen Geschäftsführer Torsten Rossmann (44), der dem Sat.1-Regenten Matthias Alberti (44) seit einigen Monaten sekundiert.

Rossmann, der zuvor den hauseigenen Nachrichtenkanal N24 dirigiert hat, gilt als einer der fähigsten Köpfe des Unternehmens. Mit den ambitionierten "Sat.1 Nachrichten", einer neuen Telenovela (Arbeitstitel "In Liebe Lena") und einigen Marketingtricks soll der Sender "wieder eine größere Relevanz für die Zuschauer und eine größere publizistische Bedeutung erhalten" (Rossmann). Man wird sehen, ob dies gelingt.

An einer weiteren Personalie lässt sich bereits eine Teil-Entmachtung von de Posch absehen. Der Konzern hat Andreas Bartl (45) die Verantwortung für die Sender Sat.1, ProSieben, Kabel eins und N24 übertragen, der neue Deutschland-Chef soll die Programmstrategien der vier Sender koordinieren.

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Vor einigen Monaten machte das Gerücht die Runde, dass der Axel Springer Verlag, dem die Übernahme der P7S1-Gruppe vom Kartellamt untersagt worden war, sich für den Erwerb von Sat.1 und N24 interessiere. Im Springer-Vorstand freilich verfolgt man ganz andere Pläne. Bis Ende des Jahres will das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden, ob das Übernahmeverbot des Kartellamts rechtswidrig war. Sollte sich der Verlagsriese durchsetzen, will er ein neues Angebot für P7S1 prüfen.

Vor zwei Jahren waren die Berliner bereit, bis zu 4,2 Milliarden Euro für die Senderfamilie zu bezahlen. Den weiteren Bemühungen von P7S1-Dirigent Guillaume de Posch sehen sie frohen Herzens entgegen: "Wenn er so weitermacht", sagt ein Vorstand, "bekommen wir die Sender bald umsonst."

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