Von Brigitte von Trotha, Mitarbeit: Sven Böll
In einem fallenden Markt auf eine Nische zu setzen - eine so riskante Anlagestrategie würde man von einem bodenständigen Geldhaus wie der DZ Bank nicht unbedingt erwarten. Doch Anfang der 90er - die Preise für Kunst fielen nach dem Platzen der Spekulationsblase im Jahr 1990 gerade ins Bodenlose - begann das Institut damit, Arbeiten von Fotokünstlern aufzukaufen.
Nicht Maler wie Gerhard Richter oder Bildhauer vom Schlage einer Louise Bourgeois standen auf der Einkaufsliste, sondern Unbekannte. Andreas Gursky etwa. Oder Wolfgang Tillmans.
Anderthalb Jahrzehnte und einen Jahrhundertboom auf dem Kunstmarkt später zeigt sich, dass die Strategie überaus erfolgreich war: Mit mehr als 6000 Arbeiten von gut 500 Künstlern besitzt die DZ Bank nicht nur eine der weltweit größten Fotosammlungen, sondern wohl auch eine der wertvollsten.
Denn seit einigen Jahren sprengt die Preisentwicklung für Fotokunst jeden Rahmen: Allein im Jahr 2007 legten die Preise nach einer Berechnung des Kunstmarktspezialisten Artprice noch einmal um rund 13 Prozent zu. Seit dem Jahr 2000 haben sich die Umsätze für Fotokunst in den Auktionssälen um den Faktor 2,3 gesteigert.