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manager magazin



18.12.2007
 

Craig Venter

Der Wunderheiler aus dem Genlabor

Von Michael O. R. Kröher

Craig Venter arbeitet mit Nachdruck daran, eine künstliche Lebensform zu schaffen. Damit will er die Gentechnologie zur Leitindustrie des 21. Jahrhunderts machen - und die Welt vor dem Klimawandel retten.

Irgendwann im Frühjahr 2001 beschloss Craig Venter, es sei nun Zeit für seinen Beitrag zur Rettung der Welt.

  Beruflich:  Craig Venter, 1946 in Utah geboren, ging nach dem Medizinstudium in die Grundlagenforschung. In den vergangenen Jahren entzifferte er unter anderem das menschliche Genom. Das Forschungsinstitut seines Namens baute er mit Geldern aus dem Aktienerlös seiner früheren Firma Celera auf.      Privat:  Nach zwei Scheidungen lebt Venter mit seiner Pressereferentin in Maryland. Er hat einen 30-jährigen Sohn.
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Beruflich: Craig Venter, 1946 in Utah geboren, ging nach dem Medizinstudium in die Grundlagenforschung. In den vergangenen Jahren entzifferte er unter anderem das menschliche Genom. Das Forschungsinstitut seines Namens baute er mit Geldern aus dem Aktienerlös seiner früheren Firma Celera auf.

Privat: Nach zwei Scheidungen lebt Venter mit seiner Pressereferentin in Maryland. Er hat einen 30-jährigen Sohn.

Von außen betrachtet, war der damals 54-jährige Wissenschaftler auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Gerade hatte er den kompletten Bauplan des menschlichen Erbguts veröffentlicht - das Resultat eines kühnen Forschungsprojekts, für das Kommentatoren schon den Glanz eines Nobelpreises am Horizont heraufziehen sahen.

Und Venter war reich. Sein Aktien-paket von Celera, dem Unternehmen, das er zur Vermarktung seiner Genpatente gegründet hatte, war damals einen dreistelligen Millionenbetrag wert.

In dem Genetiker mit dem charakteristischen Eierkopf sah es jedoch anders aus. Venter war unzufrieden, denn überall wich man ihm aus: in der Wissenschaft wegen seiner Wildwestmethoden und gesellschaftlich, weil er beim Aufbau seiner Forschungslabors und seiner Firma zu oft die Ellbogen eingesetzt hatte.

James Watson, der angesehene Mitentdecker der DNA-Doppelhelix und Nestor der Genforschung, hatte Venter mit Hitler verglichen; bei Celera, wo Venter die Position des President innehatte, behandelten ihn die Board-Mitglieder mal wie King Kong, mal wie den Glöckner von Notre-Dame.

Damit sollte Schluss sein. Venter wollte die Welt überzeugen, dass er noch immer nur nach jenen humanitären Motiven handelte, die ihn nach dem Medizinstudium in die Grundlagenforschung getrieben hatten: "Ein Arzt kann immer nur einen Menschen zur Zeit retten", hatte er damals gesagt. "Ein Forscher jedoch die ganze Menschheit."

Für seinen Beweis, dass er so Großes zu leisten vermag, griff Venter auf ein Projekt zurück, das ihn schon lange fasziniert hatte: "Eine neue Lebensform zu bauen - von Grund auf."

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