Von Henrik Müller und Christian Rickens
Das Sommerfest gehört bei den Stadtwerken Kiel zur Firmentradition. In den vergangenen Jahren vergnügten sich hier meist um die 500 Gäste.
Am 7. Juli sollte es wieder so weit sein. Doch diesmal entfiel das Fest mangels Masse: Gerade mal 44 der 950 Mitarbeiter hatten sich angemeldet. "Hier ist niemand in Feierlaune", sagt die Betriebsratsvorsitzende Barbara Neumann.
Dabei ist bei den Stadtwerken Kiel eigentlich gar nichts Besonderes passiert. Nichts anderes zumindest als bei unzähligen anderen vormals öffentlichen Betrieben überall in Deutschland. Im Jahr 2001 verkaufte die Stadt Kiel 51 Prozent an ihrem Versorgungsbetrieb, seit drei Jahren gehören die Anteile der Mannheimer MVV Energie AG
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Die börsennotierte MVV tat, was man so macht mit übernommenen Unternehmen: ein bisschen Synergien heben, ein bisschen rationalisieren, ein bisschen Outsourcing. Das alles durchaus sozialverträglich; betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2013 ausgeschlossen.
Doch mit der Privatisierung haben sich die Beschäftigten der Stadtwerke Kiel in Gewinner und Verlierer aufgespalten. "Die Gehaltsspreizung hat deutlich zugenommen", sagt Neumann. Daher die schlechte Stimmung.
Als Verlierer fühlen sich die tariflich Beschäftigten. Ihre Realeinkommen sind gesunken, ihre Jobs von Auslagerung bedroht. Zu den Gewinnern zählen die außertariflich Beschäftigten: Manager und Spezialisten. Die Bezüge des dreiköpfigen Stadtwerkevorstands stiegen in den vergangenen zwei Jahren um gut 50 Prozent auf 665.000 Euro.
© manager magazin 8/2007
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