Von Eva Müller
Im Labor riecht es nach Spaghetti. Ein Roboter greift sich einen schwarzen Teller vom Stapel und füllt ihn mit etwas Nudelwasser, das er in elegantem Schwung verteilt. Daneben spritzt ein Automat starken Schwarztee in Tassen. Nach einigen Minuten saugt er die schmierige Brühe in kleinen Schlucken wieder ab - alle 5 Minuten 20 Milliliter, sodass braune Ränder entstehen.
Der Schmutz hat System und dient einem guten Zweck. Mit seiner Hilfe entwickelt Henkel
Ein hübscher Werbegag zum In-Thema Klimaschutz? Schließlich posaunen derzeit viele Firmen tolle Pläne zur Verringerung von Kohlendioxidemissionen in die Welt - passend zu den UN-Berichten zur globalen Erwärmung.
Sicher, Umweltmarketing ist auch für Henkel wichtig, aber der Düsseldorfer Mischkonzern ist geradezu grün durchwirkt. 1994 erhob er "Eco-Leadership" zum Unternehmensziel. Seither integrierte die Führung den Umweltschutz als Managementaufgabe in sämtliche Abläufe - von der Produktentwicklung bis zum Marketing. Im Jahr 2000 ergänzte Vorstandschef Ulrich Lehner die Vorgaben um gesellschaftspolitische Komponenten - seither gilt dem Traditionshaus Nachhaltigkeit als Leitbild.
Nicht nur Naturschützer sehen darin den richtigen Weg. Mittlerweile verlangen auch viele Investoren, dass Unternehmen Ökologie und Soziales neben dem Gewinnstreben als gleichberechtigte Führungsaufgabe behandeln. Immer öfter fordern sie neben den reinen Geschäftszahlen auch quantitativ belegte Aussagen zu dem neudeutsch Sustainability genannten Gemisch aus Umweltfreundlichkeit und gesellschaftlicher Verantwortung ein.
"Nur mit nachhaltigem Wirtschaften können die Firmen langfristig ihre Geschäftsgrundlage erhalten", begründet Nicolas Huber, Fondsmanager bei DWS, die Motivation der Anleger. Der Finanzexperte sieht die Vorsorge gegen Risiken wie den Klimawandel nicht nur als Defensivstrategie. "Wer intelligent im Umweltschutz agiert, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil", erklärt der Verwalter des DWS-Klimafonds.
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