So brächte allein eine Veräußerung der Logistiksparte Stinnes einschließlich der Lkw-Spedition Schenker rund acht Milliarden Euro ein. Das Busgeschäft taxiert die Expertise auf vier bis fünf Milliarden Euro Erlös, die Immobilientochter Aurelis auf zwei Milliarden Euro. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Vermögenswerte wie Versicherungsgesellschaften, Parkhäuser, Fährbetriebe oder Reiseveranstalter. Den Gesamtwert des entbehrlichen Portfolios überschlägt die Analyse mit gut 15 Milliarden Euro.
Der Bund behielte bei dieser Variante die volle Hoheit über sein Unternehmen. Einen zusätzlichen Vorteil ortet das Papier in einer Entschuldung der Bahn. So könnten die Teilunternehmen einschließlich ihrer anteiligen Schulden veräußert werden.
Damit würde die Bahn ihre Verbindlichkeiten um rund neun Milliarden Euro senken. "Die DB AG", resümiert die Analyse, "wäre saniert, der Bundesminister der Finanzen könnte für rund zwei Jahre sämtliche Ausgaben zugunsten des Konzerns sparen."
In der Politik ist die Idee schon angekommen. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Scheuer (32) sprach sich unlängst für einen Stinnes-Verkauf aus.
Bahn-Chef Mehdorn, dessen Vertrag soeben um drei Jahre bis 2011 verlängert wurde, fühlte sich herausgefordert. "Ein Erfolgsmodell wie die DB ständig öffentlich infrage zu stellen", schimpfte er, "grenzt an Geschäftsschädigung."
Kein Zweifel: Mehdorn will von der Kette - wohl auch, wenn es zulasten des Bundes geht.