Erkenntniswert: Am 16. Januar starb in Frankfurt der einflussreiche Volkswirt und Soziologe Karl Otto Hondrich, kurz nachdem er die Arbeit an diesem Buch abgeschlossen hatte. Doch anders als das jüngste Werk John Naisbitts hat "Weniger sind mehr" nichts von einem abgeklärten Alterswerk. Voller Angriffslust reitet Hondrich eine Attacke gegen jene demografische Untergangsstimmung, die in Deutschland von Feuilletonisten wie Frank Schirrmacher ("Minimum") und Demografen wie Herwig Birg ("Die ausgefallene Generation") angeheizt wird.
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Stil: Trotz seines wissenschaftlichen Hintergrunds schreibt Hondrich sehr verständlich. Über weite Strecken argumentiert er aus soziologisch-systemtheoretischer Sicht. Wenn sich Hondrich allerdings auf volkswirtschaftliches Terrain vorwagt, schleichen sich bisweilen Unschärfen ein. Bei der Betrachtung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage in einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft differenziert er zum Beispiel zu wenig zwischen quantitativer Veränderung (weniger Konsumenten) und qualitativer Veränderung (mehr Rollstuhlkäufer).
Nutzwert: Wer sich als Investor leichtfertig von populären demografischen Untergangsszenarien beeindrucken lässt, unterschätzt massiv die Zukunftschancen Deutschlands und Europas. Dieses Buch liefert ein überfälliges Gegengift.
© manager magazin 4/2007
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