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04.04.2007
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Anlageberatung

Mündliche Prüfung

Von Sven Böll und Jonas Hetzer

7. Teil: Bluechips statt Zockerwerte

Anlegern aber, die selbst versuchen wollen, die Märkte zu schlagen, stellt Schmidt seine Aktienberater zur Seite. Für eine jährliche Gebühr von 1,2 Prozent des Depotwerts erhalten die Anleger regelmäßig Tipps zur Optimierung ihres Portefeuilles. Mit einer speziell entwickelten Software sollen alle Kundendepots parallel überwacht und die Inhaber bei Bedarf zeitgleich benachrichtigt werden, etwa wenn eine Aktie abzustürzen droht.

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Zusätzlich bekommt Schmidts Klientel wöchentlich den "Quiriner", einen Börsenbrief über Märkte, Aktien und Fonds. Die Tipps seien bewusst konservativ, betont Schmidt: "hauptsächlich Bluechips, keine Zockerwerte".

Geschrieben wird das Heftchen von den Analysten von Bernecker & Cie. Die Düsseldorfer Firma bringt seit über 40 Jahren die Anlegerpostille "Actien-Börse" heraus. Schmidt erhofft sich von der Kooperation, dass von den rund 40.000 Abonnenten möglichst viele Quirin-Kunden werden.

Die Konkurrenz beobachtet jedenfalls sehr genau, was die Quirin-Leute machen und wie viele Kunden sie dabei gewinnen. Die Deutsche Bank scheint den neuen Trend zu niedrigen Kosten in der Vermögensverwaltung bereits erkannt zu haben. Für Vermögen ab 100.000 Euro bietet der Branchenprimus das Fondskonstrukt "db PrivatMandat Comfort" an. Diese Vermögensverwaltung mit Einzeltiteln und Fonds kostet 1,1 bis 1,9 Prozent des Depotwerts im Jahr. Zusätzliche Kosten entstehen kaum.

Für IVA-Chef Beck waren die Empfehlungen der Deutschen Bank "insgesamt am überzeugendsten". Zwar ist das Angebot der Großbank für die Sofortanlage eines größeren Betrags nicht attraktiver als das von Quirin. Auf die Frage aber, wie 200 Euro monatlich gespart werden könnten, fiel den Beratern des Newcomers lediglich das Quirin-Tagesgeldkonto ein. Deutsche Bank & Co. boten zumindest Fondssparpläne an.

Insgesamt aber, das haben die Beratungsgespräche der mm-Tester gezeigt, regiert bei den etablierten Finanzhäusern das Mittelmaß. Zu oft empfehlen sie Versicherungen, die gar nicht gewünscht werden, zu hoch ist die Kostenbelastung bei den übrigen Empfehlungen. Klar, Quirin-Chef Schmidt muss seine Versprechen erst einmal erfüllen. Schon heute aber steht fest, dass die Kunden bei dem Finanz-Start-up nicht schlechter bedient werden als bei den etablierten Adressen.

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