Von Klaus Werle
Es kam zu einem Vorgespräch, bei dem sich Juchniewicz auch eingehend nach Webers Sexleben erkundigte - obwohl sie ein berufliches Anliegen hatte. Weber brach das Treffen ab; wenige Tage später erhielt sie eine Rechnung über gut 500 Euro. Ein mehrstündiges Einzelcoaching sei "stets eine kostenpflichtige Dienstleistung", so Juchniewicz.
In der Branche sind Bernhard Juchniewicz und die ECA seit Jahren für ihr gewöhnungsbedürftiges Geschäftsgebaren bekannt, diverse Rechtsstreitigkeiten inklusive. So klagen Ex-ECAler, sie würden trotz schriftlicher Kündigung weiter als Mitglieder geführt und erhielten Beitragsmahnungen.
"Nach ihrem Ausscheiden werden Mitglieder bis zum Ablauf der Mitgliedschaft am Jahresende geführt", sagt der Verbandspräsident dazu. Dass er Gerichtsprozesse "selbstbewusst" geführt habe, bestreitet Juchniewicz nicht: "Genauso gut könnten Sie einen Briefträger fragen, ob er noch nie vom Hund gebissen wurde."
Schon im Jahr 2000 beschrieb das Referat für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche im Rheinland Juchniewicz als "Vertreter der sich wissenschaftlich gebenden Psychoszene" und warnte vor der Gefahr "seelischer Abhängigkeit". Hartnäckig versuche Juchniewicz, der auf der ECA-Homepage unter anderem als Sexual- und Hypnotherapeut, Supervisor und Reiki-Meister firmiert, Ehepartner gleichzeitig mit dem Klienten zu coachen, oder rate auch mal zur Scheidung. Juchniewicz betont, der Ehepartner gehöre "aus systemischer Sicht" in bestimmten Konstellationen mit "zur Problemlösung".
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