Von Anne Preissner
Längst arbeiten Forscher daran, Büros digital so aufzurüsten, dass Konferenzteilnehmer - etwa Architekten und Bauherren - aus verschiedenen Orten Pläne in Echtzeit verändern können.
Notorischer Netzwerker: Für Lars Hinrichs (30) zählen Kontakte. Noch besser: die Kontakte der Kontakte. Der Gründer und CEO des Internet-Businessclubs Xing bringt es derzeit auf 1600 persönliche Connections im Cyberspace. Schon träumt er von virtuellen Agenten, die eigenständig die Mitglieder seiner E-Community vernetzen.
Jeden Freitag versammeln sich die 70 Mitarbeiter in ihren jeweiligen Konferenzräumen und reden miteinander. "Ein fabelhaftes Medium, um den Zusammenhalt zu stärken und Doppelarbeit zu vermeiden", lobt er.
Hinrichs liebt nicht nur virtuelle Treffen und das jeweils neueste elektronische Gerät. Er ist vor allem ein begnadeter Verkäufer und heftiger Nutzer seines sozialen Netzwerks Xing. Rund 1600 geschäftliche Kontakte unterhält er selbst.
Die Zahl der Kontakte erhöhe die Chance, auf die richtigen Geschäftspartner, Jobanbieter oder Experten zu treffen, so Hinrichs. Selbst Dax-Vorstände und hochrangige IBMler vertrauten inzwischen seiner Erkenntnis: "Ein Netzwerk schadet nur dem, der es nicht hat."
Schon träumt der Xing-Chef von der nächsten Stufe sozialen Networkings: Ein intelligentes Netz wertet die Daten der E-Community aus und schlägt den Mitgliedern eigenständig neue Kontakte vor.
Hinrichs Web-Börse trifft den Nerv digitaler Nomaden. Fixe Arbeitszeiten und unbefristete Arbeitsverhältnisse werden zu Relikten des vordigitalen Zeitalters. Tom Groth (39), Chefvisionär des Computerherstellers Sun, prophezeit, dass viele Wissensarbeiter in Zukunft als Freiberufler von zu Hause aus und projektbezogen für mehrere Firmen arbeiten werden. "Diese Menschen organisieren sich komplett selbst."
Was der Mensch dann noch bräuchte, seien Kleinstcomputer, die möglichst alle elektronischen Kommunikationsformen beherrschten, aber so leicht zu bedienen seien wie etwa Apples neues Mobiltelefon iPhone. Klein, kräftig, mit großer Bandbreite und einer noch größeren Fähigkeit, sich den begrenzten Technikkenntnissen des normalen Nutzers anzupassen, so stellt sich Sun-Vordenker Groth das Lieblingswerkzeug des digitalen Lebensstils vor.
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