Von Anne Preissner
Die jüngsten Offerten mancher Fluggesellschaften, während interkontinentaler Reisen Online-Verbindungen zur Verfügung zu stellen, werteten zahlreiche Verantwortliche als zusätzliche Verletzung ihrer Privatsphäre, so die Erfahrung von Ralph Hinderberger, Geschäftsführer der Managementberatung "User Experience Management".
Kleine Kniffe sorgen für Übersicht. Der ehemalige T-Com-Bereichsvorstand sortiert die eingegangenen Botschaften farblich nach Wichtigkeit des Absenders und nach Exklusivität. Ex-Telekom-Vorstandschef Ricke und dessen Kollegen trugen bei Berg Magenta. Besonders suspekt sind Berg die CC-Anhänge. "Wer mir öfter unwichtige Nachrichten zukommen lässt, bei dem frage ich nach, warum ich auf seinem Verteiler stehe", erzählt er.
Die Tücken digitaler Kommunikation liegen für Berg ausgerechnet in der von ihm sehr geschätzten Schnelligkeit des Datenaustausches. Da Manager sich in Windeseile mit den unterschiedlichsten Themen befassen müssten, steige die Gefahr, unzureichende oder gar falsche Entscheidungen zu treffen, befürchtet er.
Was im E-Mail-Kreuzfeuer kaputtgehen kann - das persönliche Gespräch, das konzentrierte Abarbeiten von Aufgaben -, soll nun die Technik wieder heilen. Ein Ort, an dem weltweit verstreute Manager zumindest virtuell wieder zusammenfinden, ist die Videokonferenz.
Systeme der neuesten Generation, wie sie etwa von Cisco
oder Microsoft
entwickelt wurden, schaffen inzwischen eine Atmosphäre, die
fast einem physischen Treffen gleichkommt: Räume und Besprechungstische wachsen optisch zusammen; in Lebensgröße sitzen sich die Teilnehmer zwischen New York und Tokio gegenüber.
© manager magazin 3/2007
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